Planer wollen Bäume erhalten An der Rheiner Landstraße in Osnabrück bleibt es eng für Radler

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Osnabrück. Beim Ausbau der Rheiner Landstraße soll es Radwege auf beiden Seiten geben – eigentlich. Aber in dieser Forderung aus der Bürgerbeteiligung sehen die Planer eine unlösbare Aufgabe – es sei denn, die Bäume würden gerodet. Weil das aber niemand will, wird auf einer Seite lediglich ein Schutzstreifen favorisiert.

Auf dem 750 Meter langen Abschnitt zwischen der Rückertstraße und der Mozartstraße wollen die Stadtwerke ab 2020 die Kanäle und Versorgungsleitungen erneuern, anschließend soll auch die Straße selbst ein neues Gesicht bekommen. An ihrem Profil wird sich aber wohl nicht viel ändern, wie sich kürzlich im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt herausstellte.

Stadtauswärts steht den Radlern ein 1,50 m breiter Radweg auf dem Hochbord zur Verfügung. Dort soll er auch in Zukunft verlaufen, mit zehn cm mehr Breite. Schwerer tun sich die Verkehrsplaner mit dem Radstreifen in der Gegenrichtung. Mit einer seitlichen Ausdehnung von 1,25 m ist er schon jetzt eigentlich zu schmal. Ihn zu verbreitern, würde wohl Probleme im Begegnungsverkehr heraufbeschwören. Da könnte es knapp werden, wenn sich ein Lkw und ein Bus die verbleibenden 5,50 Meter teilen müssten. Aber, so mutmaßten Ausschussmitglieder, auch für Pkw-Fahrer werde es so eng, dass der eine oder andere Rückspiegel auf der Strecke bleiben könne.

Wie sicher sind Schutzstreifen?

Auf dem Tisch lag deshalb der Vorschlag, stadteinwärts keinen Radweg, sondern lediglich einen Schutzstreifen abzumarkieren. Dessen unterbrochene Begrenzungslinie signalisiert Autofahrern, dass sie bei Bedarf auf den Radstreifen ausweichen dürfen. Verschiedene Politiker taten sich damit schwer. FDP-Mann Thomas Haarmann brachte es auf den Punkt: „Ich bin ein vehementer Gegner von Schutzstreifen“. Viele Autofahrer würden wenig Rücksicht darauf nehmen, wenn ein Radler auf einem solchen Schutzstreifen unterwegs sei. Die Verwaltung, so formulierte es Haarmann, möge doch bitte „alles Erdenkliche“ unternehmen, um eine sichere Lösung für Radler anzubieten.

Stadtbaurat Frank Otte schüttelte den Kopf: „Dann müssen wir die Bäume da wegnehmen“, meinte er. Oder die Stadt erkläre die Rheiner Landstraße zur Einbahnstraße. Aber alle Ansprüche ließen sich nicht unter einen Hut bringen. Otte sprach sich klar für den Schutzstreifen aus, der laut Plan zwei Meter breit werden soll – einschließlich einer 50-cm-Sicherheitszone zu den parkenden Autos. Wie er versuchte auch Verkehrsplanerin Heike Stumberg, den Politikern die Vorbehalte gegenüber dem Schutzstreifen zu nehmen. Das subjektive Empfinden lasse die Streifen zwar als unsicher erscheinen, einen Hinweis auf Unfälle gebe es jedoch nicht. Unter dem Strich werde sich die Situation für Radler verbessern.

Hoher Parkdruck

Als weiterer Knackpunkt wird der hohe Parkdruck an der Rheiner Landstraße angesehen. „Wir haben schon versucht, rauszuholen, was möglich ist“, erklärte Verkehrsplanerin Stumberg auf die Frage der Beigeordneten Katharina Pötter (CDU). Drei Parkplätze würden durch die neue Planung allerdings entfallen. Viele Autos würden allerdings auch illegal auf öffentlichen Flächen an der Rheiner Landstraße abgestellt. Das könne in Zukunft allerdings nicht mehr hingenommen werden.

Die Entscheidung über das neue Straßenprofil wird erst in einer späteren Sitzung fallen. Zuvor wollen die Fraktionen intern darüber beraten.


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