Heilige an Bord Reliquie aus Lourdes in Osnabrück eingetroffen

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Den Reliquienschrein mit einer Rippe der Heiligen Bernadette (Lourdes) haben Malteser aus Hagen von Kevelaer nach Osnabrück gebracht. Foto: Stefan BuchholzDen Reliquienschrein mit einer Rippe der Heiligen Bernadette (Lourdes) haben Malteser aus Hagen von Kevelaer nach Osnabrück gebracht. Foto: Stefan Buchholz

Osnabrück. Der Reliquienschrein mit einer Rippe der Heiligen Bernadette ist von Mitgliedern des Malteser Hilfsdienstes nach Osnabrück gebracht worden. Bis Mittwochabend ist der Schrein in St. Johann ausgestellt.

Am späten Nachmittag trafen die fünf Hagener Malteser mit der hochgradig zerbrechlichen Fracht vor der Kirche ein. „Wir sind natürlich vorsichtig gefahren, denn wir haben ja eine Heilige an Bord“, sagte Ulrich Bensmann.

Medienrummel um Reliquienschrein

Aus Kevelaer hatten er und vier andere Maltesermitglieder den Schrein abgeholt. Mit dabei war ebenso Octavie van Lengerich, die langjährige Leiterin der Malteser in der Diözese Osnabrück. „Der Schrein wurde dort noch mit einer sehr eindrucksvollen Messe verabschiedet.“ Sie legt Wert darauf, dass es angesichts des kleinen Medienrummels um die komplizierten Transportfragen der Reliquie nicht darauf beschränkt bleibt. „Wir möchten, dass die Aufstellung des Schreins in Osnabrück im geistlichen Bereich bleibt und nicht profan wird.“

Das ist erstmal nicht so leicht. Denn bereits vor der Ankunft der Reliquie war klar, dass der Schrein nicht vor dem Altar ausgepackt werden soll. Also bugsierten die Malteserhelfer die wuchtige Holz-Box zunächst in die Schatzkammer von St. Johann. Schnell waren dort die Verschlüsse gelöst und der Zahlencode des Schlosses eingegeben.

Auf zwei Rollbrettern ging es für den mit Glas umfassten Schrein nun über eine kleine Rampe in den Altarraum. Weit vor dem Gabentisch, platzierten die Männer den Schrein auf einem Tisch mit schwarzem Tuch. Links davon, vor dem Ambo, stellten sie eine Fotografie der Heiligen Bernadette auf, rechts in der Nähe der Marienfigur, steht nun für die Tage in Osnabrück jene Madonna in Kopie, die Millionen Pilger von ihrer Fahrt nach Lourdes kennen.

Komplizierte Transportbedingungen

Alles andere als geistlich, sondern tatsächlich sehr profan, wirken zudem die Auflagen, die man aus Lourdes den Maltesern für den Transport durch ganz Deutschland mit auf den Weg gegeben hat. So muss jede Positionsveränderung des Schreins mit einem Foto belegt werden, das via Mail nach Lourdes zu schicken ist.

Selbst die Maße der Holz-Box sind nach der Ankunft in Osnabrück mit dem Zollstock abzunehmen und zu protokollieren (66x104x44 in Zentimetern). Mit dieser Aufgabe ist der Job rund um den Schrein für Sabine Krüger in diesem Tagen noch nicht erledigt. „Ich bin auch vor Ort, wenn der Schrein ab nachmittags zu sehen ist und beantworte Fragen“, erklärte die Referentin von der Diözesangeschäftsstelle der Malteser.

Besonderen organisatorischen und personellen Aufwand von Seiten der St. Johann-Gemeinde brauchte es rund um die Präsenz des Schreins nicht. Die Gottesdienste finden zu den Zeiten statt, wenn sowieso immer Abendmesse ist. Der Rest liegt in den Händen des Malteser Hilfsdienstes, so Dechant und Hausherr Hermann Wieh. „Schon bei der Ausstellung der Kopie des Turnier Grabtuches im letzten Jahr hat sich gezeigt, dass die Malteser solche Veranstaltungen hervorragend vorbereiten und durchführen.“

Das ausgerechnet Osnabrücks zweitälteste Kirche von den Maltesern angesprochen worden sei, hat nichts mit einer etwaigen historischen Verbindung zwischen den einstmaligen Kreuzfahrern und dem noch ursprünglicheren Missionsauftrag von St. Johann zu tun. „Für uns ist das unsere Hauskirche, weil unsere Geschäftsstelle lange nahe im Gemeindebereich war“, sagte Ulrich Brakweh.

Resonanz im Emsland

Hermann Wieh ergänzet die Erklärung noch um eine geistliche Note. „St. Johann ist geprägt von einer Volksfrömmigkeit.“ Daher rechnet er mit mit vielen Gläubigen bis Mittwoch. Eine hohe Resonanz auf die Ankunft und das Ausstellen des Reliquenschreins gibt es im Emsland, hat er ausgemacht. „Das hat weniger mit der Relquie an sich zu tun. Vielmehr, glaube ich, geht es um die Anziehungskraft von Lourdes als Kraftort, den die Menschen schätzen“





Wann ist der Reliquienschrein zu sehen?

Dienstag, 11. September: Für den Besuch geöffnet ab 15 Uhr. 16 Uhr Messe mit der St.-Elisabeth-Pflege

Mittwoch, 12. September: Für den Besuch geöffnet ab 15 Uhr. 18.15 Uhr Messe mit den Maltesern. Alte oder kranke Menschen, die gern die Messe mitfeiern möchten, aber keine Möglichkeit haben dorthin zu kommen, können sich bei jeder Malteser-Geschäftsstelle melden. Ein Fahrdienst ist eingerichtet.

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