Geheimnisvolle Szenarien Galerie W zeigt Ausstellung „In Between“

Von Tom Bullmann, 10.09.2018, 17:02 Uhr
Den Menschen stellen Sebastian Osterhaus und Simon Nelke in den Vordergrund ihrer Arbeiten. Foto Jörn Martens

Osnabrück „In Between“ lautet der Titel der Ausstellung, die zurzeit in der Galerie W gezeigt wird. Sie führt die Werke des Hamburger Künstlers Simon Nelke mit denen von Sebastian Osterhaus zusammen.

Was macht die Frau im grünen Labyrinth? Äste durchdringen ein düster schimmerndes Szenario, das von einer Eule betrachtet wird. Blätter fallen, Olivenzweige sehen aus wie auf Zeichnungen in einem botanischen Lehrbuch. Der Blick der Frau mit dem geneigten Kopf und den halb geschlossenen Lidern ist gesenkt zu ihrer Hand, die den Eindruck erweckt, als würde sie im nächsten Moment von einem unbekannten Wesen erfasst und sie in die Tiefe gerissen.

Schon immer waren die Bilder von Sebastian Osterhaus äußerst rätselhaft. Groteske Fantasiewesen und bizarre Farbwelten entwarf der junge Künstler auf der Leinwand. Er verband einen narrativen Malstil mit den Stilistiken der Street Art. In der Galerie W kann der Besucher sich jetzt ein Bild davon machen, welche Entwicklung der in Ibbenbüren geborene Künstler seit Anfang 2005 nahm, als er seine ersten Ausstellungen in Osnabrück zeigte.

Eine Gemeinschaftsausstellung mit dem Hamburger Künstler Simon Nelke hat Galeristin Silke Wulf organisiert. Beide Künstler stellen den Menschen in den Vordergrund ihrer Arbeiten. Doch während Tier und Natur bei Osterhaus stets eine wichtige Rolle spielen, isoliert Nelke seine Protagonisten. Sein „Regenmacher“, eine mystische Figur in meditativer Haltung, scheint in einem hellblauen, horizontalen Streifenkosmos zu schweben. Nelkes exotische Porträts zeigen tatsächlich Ähnlichkeiten mit den geheimnisvollen Gestalten in den Osterhaus-Bildern. Doch sie drängen mehr an die Oberfläche und verleiten dazu, ihr Rätsel lösen zu wollen – wie ein schwebender Akt in urbaner Kulisse oder zwei Frauen, die das „Geben und Nehmen“ symbolisieren.

Nicht ohne Wirkung auf den Betrachter bleibt Nelkes Arbeitsweise. Ganze Farbschichten entfernt er aus seinen Bildern, füllt die entstehenden Lücken, benutzt die abgetrennten Fragmente im selben oder in anderen Bildern wieder. „Nur wenn ich etwas zerstört habe, kann ich etwas Neues aufbauen“, sagt Nelke und freut sich, wenn unter einer dicken Lackschicht, die er gerade von der Leinwand ablöst, ein geheimnisvolles Frauengesicht auftaucht.

Wenige Schritte weiter entdeckt man in der Galerie eine menschliche Gestalt in einer Lichtung, wie ein Geist vor gleißendem Licht. Ein Hirsch nähert sich und niemand weiß, ob in dem Hochsitz nicht weit entfernt vielleicht ein Jäger auf der Lauer liegt.

Wer die Künstler über ihre Kunst reden hören will: Am 25. September findet in der Galerie W um 20 Uhr ein Künstlergespräch, moderiert von Kirsten Fitzke, statt.

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