Osnabrücker Wirtschaftsdelikt Banken mit vorgegaukelter Lasertechnik betrogen?

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Hauptgeschädigte des mutmaßlichen Millionenbetrugs, um den es in einem Prozess vor dem Landgericht Osnabrück geht, ist die Postbank. Aber auch eine Volksbank aus dem Osnabrücker Umland ist betroffen. Foto: dpaHauptgeschädigte des mutmaßlichen Millionenbetrugs, um den es in einem Prozess vor dem Landgericht Osnabrück geht, ist die Postbank. Aber auch eine Volksbank aus dem Osnabrücker Umland ist betroffen. Foto: dpa

mey Osnabrück. Kreditbetrug ist kein juristischer Begriff, aber die treffendste Beschreibung für die Vorwürfe in einem neuen Verfahren vor dem Landgericht Osnabrück.

Angeklagt vor der Wirtschaftsstrafkammer sind ein weitgehend geständiger Mann und zwei Frauen aus Osnabrück. Der 37-jährige Mann soll als geschäftsführender Alleingesellschafter einer Osnabrücker Firma zwei Geldhäuser - die Volksbank Bad Laer-Borgloh-Hilter-Melle und die Postbank Essen - um mehr als 1,6 Millionen Euro geschädigt haben, indem er dort im Jahr 2016 laut Gericht „bewusst wahrheitswidrig“ Darlehen zur „Finanzierung von vier Lasermesssystemen“ beantragte. Tatsächlich soll er die Firmenkredite für gesellschaftsfremde - auch eigene - Zwecke verwendet haben. Den Frauen im Alter von 39 und 35 Jahren wird Beihilfe vorgeworfen.

3,5 Millionen Euro an Darlehen

Lasermesssysteme werden unter anderem in der Autozulieferindustrie und der Metallverarbeitung eingesetzt - also in Wirtschaftszweigen, die im Raum Osnabrück seit Jahren gute Geschäfte machen. Womöglich deshalb gelang es dem Hauptangeklagten, die  Banken dazu zu bringen, ihm Geschäftsdarlehen von insgesamt 3,5 Millionen Euro zu gewähren. Allerdings soll er das Volksbank-Darlehen gegenüber der Postbank verschwiegen haben.

Die 39-jährige Mitangeklagte soll ihrem Chef, zu dem sie auch eine private Beziehung hat, laut Anklage “eine in Türkisch verfasste fiktive Rechnung“ gefertigt haben, mit deren Hilfe er der Volksbank den tatsächlich nicht erfolgten Kauf der Lasermesssysteme belegen konnte.

Außerdem soll sie von ihm nach der Kündigung der Darlehen 150 000 Euro auf ihr Konto überwiesen bekommen haben, um das Geld vor dem Zugriff der Gläubiger zu sichern. Der Mitangeklagten 35-jährigen Frau soll der Firmenchef zu diesem Zweck 300 000 Euro überwiesen haben.

Vorwürfe weitgehend eingeräumt

In seiner Einlassung zum Prozessauftakt am Montag räumte der Darlehnsnehmer, dem auch Insolvenzverschleppung vorgeworfen wird, die Tatvorwürfe weitgehend ein. Dass der entstandene Schaden für die Banken niedriger  ist als die Summe der gewährten Darlehen, erklärt sich unter anderem durch die Verwertung von Sicherheiten. Ob sich der bis zum 7. Januar datierte Prozess durch die Einlassung des Hauptangeklagten verkürzt, muss sich zeigen. Der nächste Termin ist bereits an diesem Donnerstag (13. September) um 9 Uhr. 


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN