Italienische Barockkompositionen Neue Hofkapelle Osnabrück spürt dem Zauber der alten Musik nach

Von Alexander Stukenbrok, 10.09.2018, 14:52 Uhr
Durchwachsen, dann meisterhaft: Besonders mit den Stücken zweier eher unbekannter Komponisten brillierte die Neue Hofkapelle am Sonntag. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Mit einem soliden bis teils hervorragenden Konzert im Osnabrücker Schloss meldet sich am Sonntag die Neue Hofkapelle Osnabrück nach der Sommerpause zur neuen Spielzeit zurück.

Mit einer teils starken Leistung gelang es den Musikern mit Solist Moritz Görg an der Naturtrompete ihrem Publikum erneut den Zauber der alten Musik nahezubringen. Die 2015 gegründete Neue Hofkapelle Osnabrück tritt mit klarer Vision auf – auf die Musik alter Meister, zu Lebzeiten oft berühmt und gefeiert, heute in Vergessenheit geraten, aufmerksam zu machen.

Zeitgenossen von Bach

Der Fokus liegt dieses Mal bei italienischen Komponisten des ausgehenden 17. Jahrhunderts, Zeitgenossen Johann Sebastian Bachs und Georg Friedrich Händels. Neben altbekannten Komponisten wie Antonio Vivaldi oder Domenico Gabrielli stechen besonders zwei eher unbekannte Namen mit hervorragenden Kompositionen hervor: Giuseppe Torelli und Guiseppe Valentini.

Von Guiseppe Torelli erklingen zwei Solokonzerte für Trompete. Als Hofkapellmeister in Bologna komponierte Torelli jene Konzerte kompakt und auf den Punkt, um zu Beginn eines Gottesdienstes gespielt werden zu können.

Der Klang der Naturtrompete von Moritz Görg entfaltet sich zu jener Musik wunderbar in der Schlossaula und erinnert an vergangene Zeiten. Görg ist Experte für das Musizieren auf der ventillosen Naturtrompete, die, anders als die heute bekannten Modelle, nur auf die Töne der Naturtonreihe zugreifen kann, dabei mittels Luftlöcher genau intoniert werden muss.

Nachhaltig in Erinnerung wird vermutlich die herausragende Darbietung des Concerto grosso in a-Moll, op.7 Nr.11 von Guiseppe Valentini bleiben. Lebendig, schwungvoll, mit jener unverkennbaren musikalischen Tiefe barocker Klangwelten scheint das Werk Publikum und ausführende Musiker gleichermaßen zu faszinieren. Gab es zuvor durchwachsene Passagen und vereinzelt Abstimmungsprobleme so wird der Zuhörer nun Zeuge einer Meisterleistung des gesamten Ensembles. Jeder einzelne Musiker der Neuen Hofkapelle scheint vor Leidenschaft und Herzblut für jenes Stück zu brennen.

Eindrucksvolle Dynamik

Im Vordergrund stehen vier Soloviolinen, im ständigen Wechselgespräch miteinander, in das sich stellenweise auch andere Instrumente einschalten, wie das Cello im Allegro. Höchst eindrucksvoll ist der Umgang mit der Dynamik, insbesondere das breit angelegte Decrescendo im Adagio.

Die Werke Valentinis und Torellis beweisen, welche Lebendigkeit und musikalische Vielfalt in dreihundert Jahre alter Musik verborgen sein kann, welche Fülle an Schätzen es weiterhin auch neben Bach und Händel zu entdecken gibt.

Sehen Sie nicht den vollständigen Artikel? Klicken Sie hier für die erweiterte Darstellung. »

Jetzt anmelden, um mehr zu lesen
Jetzt DigitalBasis bestellen
Service
Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN

Allgemeine Geschäftsbedingungen | Kundeninformationen | Datenschutzerklärung | Impressum | Kontakt | Mediadaten | Onlinewerbung

Weitere Angebote, Partner und Unternehmen der NOZ MEDIEN