Pyro-Effekte und Partystimmung Haste Open Air: Starke Bands und viele Besucher

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Osnabrück Mit umjubelten Auftritten der Headliner Razz, Le Fly und Killerpilze, aber auch lokalen Musik-Entdeckungen sorgte das elfte Haste Open Air in Osnabrück für ausgelassene Partystimmung und einen neuen Besucherrekord.

Mit einer fast vierstelligen Besucherzahl an beiden Tagen zusammengenommen hat das ehrenamtlich organisierte, familienfreundliche Haste Open Air mit seiner „Schnapszahl“-Version eine neue Bestmarke erreicht. Am Freitag strömten rund 400 und am Samstag etwa 600 Musikfreunde auf das Gelände an der Christus-König-Kirche, um zugunsten der kubanischen Partnergemeinde in Havanna und des neu gegründeten Fördervereins der Kindertagesstätte Haste eine fröhliche Party zu feiern. Der Plan, dem Haupt-Act am Samstag einen attraktiven Co-Headliner voranzustellen und auch am Freitag für einen überregional bekannten Höhepunkt zu sorgen, ist aufgegangen.

Eindringliche Stimme

Der stammte aus dem Emsland, hieß Razz und bot elektrisierend klirrende Gitarren, pulsierende Bassläufe und treibende, wie ein starkes Herz pochende Beats, die durch Mark und Tanzbein gingen. Dazu gesellte sich die kraftvolle Stimme von Niklas Keiser, mit der er mitunter betörende Melodien in den verdunkelten Haster Abendhimmel hinaus sang, besonders eingängig beim mitsingbaren „Let It In, Let It Out“ und besonders eindringlich beim sukzessive Spannung aufbauenden „Another  Heart/Another Mind“. Zuvor hatten die lokalen Bands AGP (Arbeitsgruppe Punk) und 30 Grad im Schatten bei frühherbstlichen Temperaturen für einen furiosen Auftakt und aufgeheizte Partystimmung gesorgt – gemeinsam mit den Pyro-Effekten, die mit Einbruch der Dämmerung zum Einsatz kamen. Ansonsten von bis hin zum wild gemischten Neunzigerjahre-Medley genreübergreifend unerschrocken, legte dabei das schattig-heiße Osnabrücker Cover-Quartett immerhin Wert darauf, „Helene Fischer-frei“ zu sein. (Weiterlesen: Für Kinder und Kuba: Elftes Haste Open Air furios gestartet)

Tanzmusik aus Hamburg

Den Samstag eröffnete das Quintett um Sängerin Frances K mit durch Rock- und Pop-Elemente angereicherten Rhythm ‚n‘ Blues und die siebenköpfige Formation Matthewgraye aus Hildesheim mit ebenfalls vielschichtig veredeltem Ska. Zu den treibenden Bläsersätzen gesellten sich mal rockige, mal poppige und mal punkige Töne. Lässig groovten sie „mal weg“, um sogleich „Bleib stehen“ hinterherzu- schicken – ein Titel, der das Publikum mit seinem treibenden Funk-Appeal indes eher zum Gegenteil bewegte. So richtig Bewegung in die Menge kam dann durch die Co-Headliner von Le Fly, die mit allen Neunen und ihrer „St. Pauli Tanzmusik“ passend zu den Feuerfontänen an den Bühnenrändern musikalische Stimmungskanonen zündeten. Nicht nur zur programmatischen Textzeile „Sei nicht immer so negativ“ brachten die Kiez-Kracher mit ihrer explosiven, extrem tanzbaren Mischung aus Reggae, Power-Rock, Hip-Hop und Rave jede Menge positive Energie auf den Platz. (Weiterlesen: Mitreißende Musik und viele Besucher beim Haste Open Air am Samstag)

Giftige Ohrwürmer

Musikalisches Feuerwerk: Le Fly aus Hamburg machten als Co-Headliner am Sanstagabend Stimmung beim elften Haste Open Air. Foto: André Havergo

Der Gefahr, zum Stimmungskiller zu werden, begegneten die Killerpilze als Headliner mit giftigen Gitarren, hämmernden Beats und himmlisch hymnischen Ohrwurmmelodien. In den Nullerjahren als Teenie-Band berühmt geworden, huldigen die zum Trio geschrumpften Münchner auch in ihrem 16. Jahr dem Jugendwahn – überdeutlich mit „Wir sind immer noch jung“. Gitarrist und Sänger Jo Halbig ließ sich deshalb bestimmt nicht altersbedingt auf einem Gitarrenkoffer über die ersten Zuschauerreihen tragen, statt klassisches Stagediving zu betreiben. Auch mit einigen alten, noch etwas ungeschliffeneren Songs, die aber gar nicht mal so „richtig Scheiße“ sind, warteten die Killerpilze auf – und beendeten vor dem großen Abschlussfeuerwerk das Haste Open Air Nummer elf mit der Power-Rockballade „Ich kann auch ohne dich“ – was für die Region mit Bezug auf dieses kleine, aber feine Alternativ-Festival spätestens seit diesem Wochenende nicht mehr gilt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN