Priorität für Nahne Drei neue Kunstrasenplätze für Osnabrücker Fußballer?

Von Wilfried Hinrichs, 10.09.2018, 13:08 Uhr
Kunstrasen-Offensive in Osnabrück: Der Schlackeplatz in Nahne (Luftbild von 2010) steht auf der Prioritätenliste der Sportstättenkommission ganz oben und soll möglichst im kommenden Jahr 2019 umgebaut werden. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Gute Nachrichten für kleine und große Fußballer in Osnabrück: Die Stadt will zügig mehrere Kunstrasenplätze bauen. Wenn alles so läuft, wie SPD-Ratsherr Uwe Görtemöller es sich vorstellt, wird schon im Herbst 2019 ein Kunstrasen in Nahne zur Verfügung stehen. Zwei weitere sollen in Gretesch und Eversburg folgen.

Die Stadt holt damit eine Entwicklung nach, die rund um Osnabrück schon vor einem Jahrzehnt eingesetzt hat. Im Südkreis kann fast jede Gemeinde ihren Sportlern mindestens einen Kunstrasen bieten. Allein in Georgsmarienhütte stehen den Sportvereinen fünf Kunstrasenplätze zur Verfügung. Und Osnabrück? Kunstrasen gibt es auf der Illoshöhe, den vorrangig der VfL und das Jugendleistungszentrum nutzen. In der Dodesheide steht Kunstrasen dem SSC und dem Schulzentrum Sonnenhügel zur Verfügung, in der Wüste hat der OSC vor zwei Jahren einen künstlichen Rasen in Kooperation mit der Stadt realisiert. Der Kunstrasen in Haste gehört dem Verein und ist in die Jahre gekommen. Auch die früher von britischen Soldaten genutzte Fläche in der Limberg-Kaserne ist verbraucht, aber nach Expertenmeinung noch zu retten.

Nach Borgloh zum Training

Als die Kreisliga-Fußballer vom SV Rasensport im vergangenen Winter öffentlich machten, dass sie zur Saisonvorbereitung den Kunstrasenplatz des TuS Borgloh nutzen, reagierte die Politik. Die SPD-Fraktion stellte im Rat den Antrag, den Bedarf an Kunstrasenplätzen zu untersuchen. Und dann ging es ganz fix: Eine Kommission mit Vertretern der Fraktionen, der Verwaltung, des Niedersächsischen Fußballverbandes und des Stadtsportbundes traf sich in der Sommerpause zwei Mal und erarbeitete eine Prioritätenliste. Das Ergebnis wurde in der vergangenen Woche dem Schul- und Sportausschuss vorgelegt.

"Wir haben uns auf Nahne schon ziemlich festgelegt", sagt Uwe Görtemöller. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Gretesch und Eversburg. "In drei bis vier Jahren könnten die drei Plätze fertig sein", sagt der ehemalige Vorsitzende des SSC Dodesheide. "Dann ist der größte Druck raus und wir können in Ruhe die nächsten Schritte planen." 

Prioritätenliste

Fünf Kriterien hatte die Kommission zugrunde gelegt. Möglichst viele Vereine sollten profitieren, und Schulen den Platz für den Schulsport nutzen können. Flutlicht setzte die Kommission voraus. In die Bewertung ging auch der Zustand des aktuell genutzten Tennen- oder Rasenplatzes ein. Und die Lage im Stadtgebiet spielte eine Rolle. In jeder Kategorie vergab die Kommission Punkte von 1 bis 10. 

Für Nahne spricht, dass mit SV Rasensport, VfR Voxtrup, RW Sutthausen, SV Hellern, TuS Nahne und SC Schölerberg fünf Vereine und die Berufsschule am Schölerberg Zugriff hätten. Für Gretesch gaben die gute Lage und die Nutzungsmöglichkeiten für den VfR Voxtrup, SC Lüstringen und die TSG Burg Gretesch den Ausschlag. Der Standort Eversburg käme dem Piesberger SV, Ballsport Eversburg, SV Atter, Spvg. Haste, SC Concordia und SC Kosmos und der Gesamtschule zugute.

Der Kunstrasen in der ehemaligen Kaserne auf dem Limberg ist auf Hockey ausgelegt und für Fußball weniger geeignet. Mit "relativ kleinem Geld", so Uwe Görtemöller, ließe sich der Platz aber sanieren. Ob es dazu kommt, hängt wesentlich von der weiteren Entwicklung auf der alten Militärfläche ab. 

Geld aus dem 80-Millionen-Etat

Einen Schlackeplatz in eine Kunstrasen-Spielfläche zu verwandeln, kostet zwischen 500.000 und 700.000 Euro. Der Vorschlag der Sportstätten-Kommission fließt in die Haushaltsberatungen der Ratsfraktionen ein. Die Grundsatzentscheidung über den Kunstrasenbau trifft der Rat in seiner Dezembersitzung mit der Verabschiedung des Haushaltsplans 2019.

Die SPD-Fraktion schlägt vor, das Geld aus dem 80-Millionen-Etat für die Schulsanierungen zu nehmen. Der Rat hat im vergangenen Jahr einstimmig beschlossen, in den kommenden vier Jahren jeweils 20 Millionen in die Sanierung der Schulen zu stecken. "Zwei oder drei Millionen davon können in die Sportplätze fließen, weil ja auch die Schulen profitieren", sagt Görtemöller. Er würde sich darüber hinaus wünschen, dass die Stadt in Zukunft jährlich eine angemessene sechsstellige Summe für dir Sportplatzentwicklung in den Haushalt einstellt.




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