Intervision-Studio auf Tour Galeristin Sonia Wohlfarth Steinert dockt im Atelier Am Werk an

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Experimentierfreudig: Michael Dropmann stellt experimentelle Fotografie im Atelier Am Werk aus. Hier seine Scan-o-Graphien an der Wand. Foto: Thomas OsterfeldExperimentierfreudig: Michael Dropmann stellt experimentelle Fotografie im Atelier Am Werk aus. Hier seine Scan-o-Graphien an der Wand. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Michael Dropmann zeigt in seinem Atelier Fotografie, aber auch Experimente, für die er gar keine Kamera braucht.

Osnabrück 40 Ausstellungen hat Sonia Wohlfarth Steinert in den vergangenen Jahren in ihrem Intervision-Studio an der Lohstraße in Osnabrück gezeigt, dann hat sie die Galerie im idyllischen Hinterhof geschlossen. Das heißt aber nicht, dass sich Wohlfarth Steinert jetzt auf ihren Lorbeeren ausruht.

Stattdessen geht sie mit ihrer „Galerie für Fotografie und angrenzende Richtungen“ auf Tour. Die erste Station, an der sie mit dem Intervision-Studio andockt, ist das Atelier von Michael Dropmann. Es heißt „Am Werk“ und befindet sich in der Klosterstraße.

„Für die Ausstellung habe ich ganz spezielle Arbeiten angefertigt“, sagt Dropmann. Ein Jahr hat er mit Techniken experimentiert, die er zuletzt während seines Studiums ausprobiert hat. Damals erarbeitete er mit Polaroid-Fotos eine Transfertechnik, die er in Zeiten der Digitalisierung, in denen es die Original Polaroids nicht mehr zu kaufen gibt, auf einen aktuellen Stand bringt. Ein digitales Foto druckt er auf ein Trägermaterial auf, das die Farbe nicht aufsaugt, zum Beispiel Backpapier.

Die noch feuchte Druckerfarbe überträgt er auf braunes Packpapier. So entstehen Bilder, die wie gemalt oder wie Zeichnungen aussehen. Scan-o-Graphie nennt er eine experimentelle Technik, für die er gar keine Kamera braucht, sondern einen Scanner.

Er drapiert Gegenstände auf der Scannerscheibe, manipuliert den Scanvorgang, belichtet die Objekte mit einer Taschenlampe. „Partielle Reflexion“ nennt er den Vorgang, der zu überraschenden Ergebnissen führt. Dem Spiel mit Schärfe und Unschärfe unterwirft er besonders gerne chirurgische Utensilien oder auch Medikamentenbehälter.

Geradezu konventionell sind dagegen Dropmanns Fotografien von Musikinstrumenten, die er im Detail porträtierte, derweil seine Landschaftsaufnahmen wiederum dem Experiment unterworfen sind. Den irrealen, fast abstrakten Effekt, als betrachte man eine Landschaft aus einem fahrenden Zug oder Automobil, erzielt er durch eine horizontal wischende Bewegung der Kamera.

Intervision-Studio On Tour: Atelier Am Werk (Osnabrück, Klosterstraße 3). Experimentelle Fotografie und Techniken von Michael Dropmann. Bis 22. September. Mittwoch 17–20 Uhr, Samstag und Sonntag 14–18 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung unter der Mobilnummer 0179/5384908. In der „Nacht der offenen Ateliers“ am 22. September 18–24 Uhr


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