Klänge aus der Lounge-Oase De-Phazz bezirzten das Publikum in der Lagerhalle

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Feurig: De-Phazz-Sängerin Pat Appleton. Foto: Thomas OsterfeldFeurig: De-Phazz-Sängerin Pat Appleton. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück Seit längerer Zeit mal wieder in Deutschland auf Tour: Zum 21. Bandjubiläum präsentierten De-Phazz ihr aktuelles Album „Black White Mono“.

Osnabrück Offenbar ist Pat Appleton das Plakat der Osnabrücker Skandalband Die Angefahrenen Schulkinder aufgefallen, das in der Garderobe der Lagerhalle hängt. „Wir wissen, dass die Schulkinder keinen Jazz mögen, wir dafür umso mehr“, sagt die Sängerin und lässt ihre Stimme flockig durch die Skalen driften. Seit längerer Zeit ist sie mit ihrer Band De-Phazz nicht mehr in Deutschland auf Tour gewesen, weil sie sich ob des Erfolgs der Band vor allem in Russland und anderen Ländern Osteuropas dort um ihre Fans kümmern mussten. Doch jetzt, 21 Jahre nach ihrer Gründung, ist die Band unterwegs, um zu sehen, ob die deutschen Fans ihr die Treue halten.

Lounge, Swing und Mambo

Offenbar ist die Beliebtheit des Ensembles, das mit einer Mischung aus elektronischem Lounge, Swing und Mambo in exotische Gefilde entführt, auch hier ungebrochen. Circa 300 Zuschauer lauschen den Samples und elektronischen Geräuschschnipseln, mit denen Bandchef Pit Baumgartner das Konzert eröffnet. Dann ertönt ein quirliger Beat, der gleich zum Mitswingen verführt und die stilistische Stoßrichtung vorgibt: Baritonsaxofonist Marcus Bartelt und Pianist Ulf Kleinert verleihen dem Loungesound jazzigen Charakter. Nach dem instrumentalen Einstieg betritt Pat Appleton im roten Kleid und mit Aloha-Blume im Haar die Bühne und bezirzt mit ihrer Stimme das Publikum. Eine Mischung aus alten Songs wie „The Mambo Craze“ und aktuellen Stücken von ihrem neuen Album „Black White Mono“ steht auf dem Programm. Auf optischen Schnickschnack wie Videoprojektionen und Tanz, mit denen die Band früher ihre Auftritte aufpäppelte, verzichtet sie heute, stattdessen unterhalten die Musiker mit puren Klängen.

„Noch jazziger“

„Wir haben uns neu erfunden und leisten uns jetzt einen Keyboarder, damit es noch jazziger wird“, sagt Appleton. Damit übertreibt sie natürlich, denn so neu ist ihr Sound wirklich nicht. Aber dass Pianist Kleinert mit seinem Fender-Rhodes- E-Piano für diverse akustische Sahnehäubchen sorgt, ist unbestritten. Derweil macht Baumgartner seine Drohung wahr und packt die Ukulele aus, mit der er für akustische Klänge sorgt, wenn die elektronische Kulisse nicht dominieren soll. Soul, Cha-Cha-Cha, Latin, Reggae, die Bandbreite der Stilistiken, die die Band sanft in ihren Lounge-Sound einfließen lässt, ist vielfältig.

Jogging-Runden

Nach der ersten Hälfte verlässt Appleton die Bühne, um ihrem Kollegen Karl Frierson das Feld zu überlassen. Er schmeichelt sich beim Publikum ein, indem er von seinen Jogging-Runden rund um einen See in der Nähe dieser schönen Stadt erzählt: „Ich bin jetzt einer von euch“, meint er, bevor er die männliche Stimmvariante ins De-Phazz-Spiel bringt. Gegen Ende teilen sich Pat Appleton und Karl Frierson den Platz in der Bühnenmitte, um gemeinsam das Finale des Konzerts zu gestalten.


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