Osnabrücker Stadtteil Wüste Mehrgenerationhäuser Thema beim Pappelgraben-Fest

Von Peter Selter, 10.09.2018, 14:50 Uhr
Vor allem Klamotten und Spielsachen wechselten beim Flohmarkt am Pappelgraben die Besitzer. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Wie sich der Osnabrücker Stadtteil Wüste weiterentwickeln kann, haben die Mitglieder des Vereins "Wüsteninitiative" jetzt bei ihrem Stadtteilfest thematisiert.

Einmal im Jahr feiern die Bewohner der Osnabrücker Wüste ein Stadtteilfest. In diesem Jahr standen sozialpolitische Themen und ein bunter Flohmarkt am Pappelgraben im Mittelpunkt der nachbarschaftlichen Gemeinschaftsaktion. 

"Wir möchten auch sozialpolitisch Zeichen setzen", betonte Wolfgang Timm von der Wüsteninitiative zum Engagement der Bewohner des Stadtteils. Es gebe Bereiche in der Wüste, in denen noch viele Menschen im Lebensalter von rund 80 Jahren in ihren großen Wohnungen lebten. Es sei wichtig, solchen Menschen alternative Wohnformen aufzuzeigen, in denen idealerweise mehrere Generationen unter einem Dach zusammen lebten. Über Altersgrenzen hinweg Kontakte zu knüpfen - dafür sei auch ein geselliges Stadtteilfest ideal, so Timm. Die Devise laute: "Gut alt werden im Kontakt der Generationen untereinander." Genügend gesellschaftliches Potential durch aufgeschlossene Bewohner und eine gute Struktur der Vereine und Verbände sei vorhanden, schließlich habe der Stadtteil im Herzen Osnabrücks allein rund 15.000 Bewohner. 

Ganz konkret hatte sich der Bürgerverein neben zahlreichen weiteren Aktionen in den vergangenen beiden Jahren für ein neues Projekt starkgemacht, eine Rad- und Fußgängerbrücke, die beide Teile der Schreberstraße verbinden soll. Durch den Bau der Brücke könne der Verkehrsfluss für Fußgänger und Fahrradfahrer wesentlich entspannt werden, erklärte Wolfgang Timm. Bis hin zur Fachhochschule hätten sich bereits Experten mit der dann neuen Verkehrsführung auseinandergesetzt und diese für sinnvoll befunden. Nun sei es an der Zeit, dass sich Verantwortungsträger der Stadt für die damit verbundenen Baukosten von gut 80.000 Euro einsetzen sollten.

Auch bei der Aktion "Osnabrück hat autofrei" will die Wüsteninitiative präsent sein: Am Sonntag, 23. September, soll die Martinistraße von 11 bis 18 Uhr zu einer für Autos gesperrten Erlebniswelt für eine nachhaltige mobile Zukunft in der Stadt werden.

Wie sehr das gemeinschaftliche Miteinander und die Zusammengehörigkeit in der Wüste groß geschrieben werden, konnten die Gäste auch auf einer Flohmarkt-Meile zwischen Hiärm-Grupe-Straße und Sandstraße erleben. Die Betreiber der Stände entlang des Pappelgrabens freuten sich über zahlreiche Besucher. Vor allem Kinderbekleidung aber auch Musik-CDs und Bücher wechselten die Besitzer. So auch bei Adeline und Elvira Beuth, die an der Ecke zur Hiärm-Grupe-Straße ihren Flohmarktstand aufgebaut hatten. Dort gingen  sogar noch Plastikfiguren aus den Achtzigern schnell über den Tapeziertisch. "Die hatten wir eigentlich nur als Joke eingepackt, sie waren aber allesamt schnell vergriffen", so Elvira Beuth. Über den Tag verteilt sorgten zudem zahlreiche Aktionen auf dem "grünen Festplatz" an der Schreberstraßen-Kreuzung für kurzweilige Unterhaltung. Mit dabei waren auch Christian Pradel und Kurt Dombeck, die mit spontaner Musik die Gäste unterhielten. 

Das organisierte Stadtteil-Leben setzt sich schon bald weiter fort: Neben der "Autofrei"-Aktion am 23. September steht am 20. Oktober eine Fahrrad-Reparatur-Werkstatt auf dem Programm. Dann können alle Zweiradfreunde aus der Wüste ihre Vehikel instand setzen - unterstützt von fachkundigen Helfern. Schauplatz ist die Selbsthilfewerkstatt in den Räumen der Landeskirchlichen Gemeinschaft, Lange Straße 19a.

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