Ein Selbsttest Osnabrücker Nachtflohmarkt: Wie kommt das neue Konzept an?

Von Anna Eberding

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Leonie an unserem Stand hinter der Katharinenkirche. Foto: Anna EberdingLeonie an unserem Stand hinter der Katharinenkirche. Foto: Anna Eberding 

Osnabrück. Zum zweiten Mal hat der Nachtflohmarkt in Osnabrück mit neuem Konzept stattgefunden. Anna Eberding aus der Videoabteilung hat das zum Anlass genommen, selbst alten Krempel loszuwerden.

Der Nachtflohmarkt gehört für mich zu Osnabrück, genauso wie die Maiwoche. In meinen Erinnerungen an den letzten Nachtflohmarkt als Verkäuferin bin ich ungefähr acht oder neun und mein Ziel war es, zusammen mit meinen Eltern alte Babyborn-Sachen loszuwerden, um mein Taschengeld aufzubessern. Damals musste man sich schon früh den besten Platz in der Innenstadt erkämpfen und campte dabei schon mal ab morgens in der Innenstadt. Heute ist der Nachtflohmarkt nicht mehr dort, sondern rund um den Ledenhof; außerdem sind die Plätze jetzt online buchbar. Und ich verkaufe nicht die Kleidung meiner Puppe, sondern meine eigenen.

Es ist ein Kreislauf

Ich bin ein Messi. Manchmal. Ich gehe gerne shoppen, vorzugsweise online. Der Nachteil daran: Zu viele Klamotten, die sich häufen, für die man keinen Platz mehr hat. Und nun ja, wenig Geld. Andererseits hängt man an all seinen Kleidungsstücken. Das eine Kleid aus Griechenland. Die Stiefel, die jedes Festival aushalten. Aber wo kein Platz mehr ist, ist wirklich kein Platz mehr. Es ist ein Kreislauf – Kaufen und Verkaufen. (Weiterlesen: Liveblog zum Nachlesen: So war der Nachtflohmarkt in Osnabrück)

Leonie und ich im vollgepackten Auto.

Ursprünglich hatte ich mir vorgenommen viel mehr zu filmen, vor Ort lief allerdings alles wesentlich chaotischer ab, als ich es mir vorgestellt hatte. Die Stadt war voll, überall wollten die Leute kurz zum Entladen halten und wir mussten mit unserem ganzen Kram vom Nikolaiort hinter die Katharinenkirche laufen. Auf dem Weg zu unserem Stand hatten wir schon Interessenten für Lenonies altes Bobycar gefunden. Und noch bevor wir auspacken konnten, haben die Leute selbst in unseren Kartons gewühlt. Die besten Geschäfte auf dem Flohmarkt werden eben schon vor dem offiziellen Verkauf gemacht.

Nachtflohmarkt bis in die Nacht?

Insgesamt hatten wir mit unserem Platz an der Katharinenkirche ziemliches Glück, da wir dank der Straßenlaternen noch etwas Licht abbekommen haben. Gegen zwölf Uhr war bei uns die Luft raus und wir sowie auch unsere Standnachbarn bauten ab. Die übrig gebliebenen Sachen wieder einzuladen war wesentlich entspannter als noch am Nachmittag. Wir konnten mit den Autos jetzt direkt vor die Stände fahren. Dann hieß es nur noch: ab nach Hause für den Kassensturz. (Weiterlesen: Mit Schnäppchenjägern über den Nachtflohmarkt)

Um halb zwei fielen wir geschafft ins Bett und waren uns einig: gelohnt hat es sich. Wir sind unsere Fehlkäufe und alten Sachen los geworden und haben einen guten Umsatz gemacht. Die Platzreservierungen, die vorher online abgewickelt wurden, ersparen den Stress um den besten Platz. Außerdem wirkt das Flohmarktgelände durch die vergebenen Plätze organisierter als früher. Auch standen wir nicht mehr bis sechs Uhr morgens auf dem Gelände, sondern nur bis zwölf. Aber vielleicht ist gerade durch die zeitliche Begrenzung bis zwei Uhr der alte Flair vom Osnabrücker Nachtflohmarkt etwas verloren gegangen.





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