Namensforscher Der erste Diekmann wohnte am Teich oder Deich

Von Winfried Breidbach

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Osnabrück NOZ-Leserin Marion Diekmann aus Osnabrück fragt nach Herkunft und Bedeutung ihres Nachnamens. Der mit über 12000 Personen sehr häufige Familienname Diekmann ist in ganz Nordwestdeutschland verbreitet. Besonders konzentriert tritt der Name in der Region Ostwestfalen-Lippe auf, wo sich in den Landkreisen Lippe und Minden-Lübbecke sowie in der Stadt Bielefeld die drei stärksten Namennester abzeichnen.

Diekmann ist die am meisten verbreitete Schreibform mehrerer ähnlicher Namen, die im Nordwesten Deutschlands und auch in den Niederlanden zu finden sind. In der Reihenfolge der Häufigkeit sind dies: Dieckmann (10300 Personen), Dickmann (4400), Dykmann, Dikmann, Diekman, Dijkman, Dieckman, Dykman, Dikman, Dickman, Dyckmann und Dijkmann.

All diese Namen sind zum Wort „Diek“ gebildet, das auf mittelniederdeutsch dîk zurückgeht. In Familiennamen erscheint dieses Wort in verschiedenen Varianten. Neben den heute noch existierenden mit -man(n) zusammengesetzten Formen sind noch Deick und Dijck anzuführen (historisch „Deickman“ 1623 in Kamen, „Dijckman“ 1575 in Deventer/NL). Das Wort dîk bedeutete sowohl „Deich“ als auch „Teich“. Bei einem mit dîk zusammengesetzten Familiennamen kann daher eigentlich ohne Kenntnis des Zusammenhangs nicht entschieden werden, ob der Name von einem Deich oder von einem Teich ausging.

Deich oder Teich?

Aber Deiche gab und gibt es nur dort, wo die natürlichen Gegebenheiten die Anlage eines solchen Dammes an einer Küste oder an einem Wasserlauf hervorriefen. Teiche hingegen gab es überall, sowohl natürliche Teiche ganz unterschiedlicher Art als auch vom Menschen angelegte Teiche, die es in und an jeder Siedlung und an jeder Hofstätte gab, wobei vor allem an Fischteiche, Mühlenteiche und Löschwasserteiche zu denken ist.

Diekmann ist ein Wohnstättenname, mit dem der erste Namensträger als Anwohner eines Dieks (Teiches oder Deiches) benannt wurde. Bei vielen Wohnstättennamen mit -mann erweisen historische Belege, dass der -mann-Name oft neben einer älteren, dreigliedrigen Namensform stand und diese später abgelöst hat.

Wie dreigliedrige Namen abgelöst wurden

Dazu einige Beispiele: 1389 „Heyne by dem Dyke“ = „Heyne Dikman“ (Neuhaldensleben); 1545 „Hermann thon Dike“, 1680 „Tebbe Dyckman“, später „Diekmann“ (Dinklage); 1535 „Cort uppem Dyke“, später „Diekmann“ (Bentrup/Lippe).

Weitere alte Belege: um 1300 „Johannes Dicman“ (Halle), 1344 „Joh. Dicman“ (Soest), 1389 „Hans Dicman“ (Dortmund), 1392 „Petrus Dykman“ (Lübeck), 1442 „Eggert Dykman“ (Bremen), 1494 „Dickman“ und 1511 „Dyckman“ (jeweils in Westerkappeln und in Leeden).


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