Nachtflohmarkt in Osnabrück Mit dem „speziellen Blick“ über den Nachtflohmarkt

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Für die Jagd nach wertvollen Schnäppchen ist Geduld und Schnelligkeit gefragt, Foto: Thomas OsterfeldFür die Jagd nach wertvollen Schnäppchen ist Geduld und Schnelligkeit gefragt, Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Schnäppchenjäger gab es zuhauf auf dem Nachtflohmarkt am Samstagabend. Aber gab es auch Schnäppchen? Wir sind mit den Antiquitätenhändlern Emilia und Patrick Fritz auf Schnäppchenjagd gegangen und sind fündig geworden.

Früher sei er oft auf Flohmärkte gegangen, um Ware für sein Geschäft in der Bierstraße zu finden, sagt Patrick Fritz. Seit einigen Jahren verzichtet er aber darauf. Auf den Nachtflohmarkt am Samstag wollte er eigentlich auch nicht. „Aber für die Zeitung…“, sagt er und lächelt süffisant.

Retro-Lampen und Schmuckstücke

Anscheinend hat er keine großen Erwartungen. Doch Patrick Fritz wird gleich fündig. Am Stand von Monika Schouwink und Dennis Althoff an der Katharinenkirche entdeckt er eine Wandlampe, die angeblich aus einer alten Osnabrücker Arztpraxis stammt. So berichtet es Dennis Althoff, der die Lampe vor zwei Jahren auf einem anderen Flohmarkt für 35 Euro erstanden hat. Nun verkauft er sie für 20 Euro. Ein „Freundschaftspreis“. Er und seine Freundin haben schon einen Schrank bei Fritz & Fritz gekauft. Und sie wollen noch einen Tisch kaufen. Das soll ihre Verhandlungsposition stärken. Auf eine Tischlampe aus den 70er-Jahren mit Batteriebetrieb hat Patrick Fritz auch ein Auge geworfen. Die will Althoff aber behalten. „Die wird noch für die Nacht gebraucht.“

Auf Schnäppchenjagd: Beim Nachtflohmarkt in Osnabrück gab es einige Schätze auf den Verkaufsständen zu entdecken. Foto: Thomas Osterfeld

„Der Vintage-Retro-Look ist gerade modern“, sagt Patrick Fritz. Deswegen habe er die Lampe gekauft. In seinem Laden will er sie für 50 Euro anbieten. Er ist zuversichtlich, dass er einen Käufer dafür findet.

Liveblog zum Nachlesen: So war der Nachtflohmarkt in Osnabrück >>

Auch Emilia Fritz ist fündig geworden. Während ihr Mann auf Möbel spezialisiert ist, hat sie ein Auge für Schmuck. Ins selbige ist ihr ein Armreif gefallen. Sie hat ihn für sieben Euro gekauft. „Ein echtes Schnäppchen“, sagt sie. Sie selbst trägt ein ähnliches Armband. Es bestehe aus 835er-Silber und sei Anfang des 20. Jahrhunderts angefertigt worden, sagt sie. „Alter Schmuck ist gefragt.“ Der Armreif vom Flohmarkt könne im Geschäft für 50 Euro über den Tisch gehen, glaubt sie. Steuern seien natürlich inklusive.

Wie wäre es mit einem Grammophon? Foto: Thomas Osterfeld

Zu viele Klamotten?

Emilia Fritz sagt, auf dem Nachtflohmarkt gebe es nur „Klamotten, Klamotten, Klamotten“. Richtig begeistert ist sie vom Flohmarkt bei Ikea. Dort gebe es eine große Auswahl. Jeden zweiten Sonntag im Monat findet er dort statt. Aber auch dort seien der „spezielle Blick“ und Geduld gefragt. Dies sind laut Patrick Fritz die Eigenschaften, um auf Flohmärkten die richtigen Schnäppchen zu finden. Er verfüge aber auch über die Erfahrung, um wahre Schätzchen von scheinbar wertvollen Antiquitäten zu unterscheiden. Seine Eltern haben das Geschäft in der Bierstraße 1974 gegründet. Er sei darin aufgewachsen, erzählt er. 2006 hat er es mit seiner Frau übernommen. (Weiterlesen: Osnabrücker Nachtflohmarkt: Wie kommt das neue Konzept an?)

Geschultes Auge: Am Stand von Monika Schouwink ist Patrick Fritz eine Lampe aufgefallen. Foto: Thomas Osterfeld

Aber das Ehepaar Fritz geht nicht nur mit einem „speziellen Blick“ über den Flohmarkt. Als er einen Samsonite-Koffer sieht, in dem Bücher und Comics feilgeboten werden, schlägt er zu. Eigentlich sollte das gute Stück sechs Euro kosten. Aber er handelt die Verkäuferin auf fünf Euro runter. „Feilschen gehört dazu, das sitzt bei mir drin“, sagt er. Der Koffer landet aber nicht im Geschäft. „Der ist für den nächsten Urlaub“, sagt er grinsend.

Geschwindigkeit ist gefragt

Als Emilia und Patrick Fritz noch zu einem anderen Stand gehen, wo sie schon vor der Tour mit der Zeitung Silberlöffel für 18 Euro das Stück entdeckt haben, stellen sie ein anderes Gesetz des Flohmarkts fest: Man muss schnell sein. Die Löffel haben nämlich bereits einen anderen Käufer gefunden.

Doch auch etliche Bücher, CD’s, Schmuck und natürlich „Klamotten, Klamotten, Klamotten“ fanden in der Nacht von Samstag auf Sonntag neue Besitzer. Trotz des frühherbstlichen Wetters herrschte auf dem Nachtflohmarkt dichtes Gedränge.


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