Bewegung, Ernährung und Entspannung Osnabrücker Verein "Gesunde Stunde" feiert Gründung vor zehn Jahren

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Choreografien zeigte den Gästen der Feier zum zehnjährigen Bestehen des Vereins "Gesunde Stunde", wie einfach Bewegung sein kann.  Foto: Elvira PartonChoreografien zeigte den Gästen der Feier zum zehnjährigen Bestehen des Vereins "Gesunde Stunde", wie einfach Bewegung sein kann. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Bewegung, Ernährung und Entspannung für Schüler: Dafür wirbt seit zehn Jahren der Verein „Gesunde Stunde“. Jetzt feierte er sein Jubiläum im Botanischen Garten in Osnabrück.

Ein Tanzflashmob mit Kindern und eigens eingeübten Choreografien zeigte den Festgästen, wie einfach Bewegung sein kann – und wie viel Spaß sie machen kann. Wer es von den Erwachsenen nicht glauben wollte, durfte das selber erfahren. Noch vor Beginn der Podiumsrunde, bat eine Trainerin alle im Festsaal des Botanischen Gartens zum gemeinsamen Bewegungs-Happening. Die Übungen, vom simplen Daumendrehen bis hin zu komplexeren Koordinationsübungen, ließen alle Mitmachenden am Ende lächeln.

Ähnlich einfach, wie sich Bewegung und Spaß verbinden lassen, war vor über zehn Jahren der Gedanke von Norbert Albers. Der Mediziner vom Christlichen Kinderhospital hatte nach einer Gesundheitskonferenz (Thema: dicke Kinder) die Idee, etwas zu tun, damit Kinder erst gar nicht übergewichtig werden. Sich jeden Tag Zeit für etwas Gesundes nehmen – ohne TV, Computer und Smartphone, so lautete die Überlegung des Mediziners Albers.

Ein bis heute spendenfinanzierter Verein gründete sich. Koordinatorin für die Gesunde Stunde ist bis heute Silke Tegeder-Perwass. Sie stellt das Konzept hinter den Stunden für die Gesundheit in Schulen vor. Bislang nahmen über 7000 Schüler an den Aktionen teil. An 16 Schulen im Osnabrücker Land finden regelmäßige Aktivitäten aus den Themenfeldern Bewegung, Ernährung und Entspannung für die Familien der Schüler statt.

Die Eltern müssen eingebunden werden, damit die Gesunde Stunde keine Einzelaktion in den Schulen bleibt. „Wichtig ist uns, dass die Familien die drei Themenfelder als Gesamtpaket sehen“, so Tegeder-Perwass.

Gelingen soll das, indem die Mütter und Väter etwa an Nachmittagen mit ihren Kindern in Turnhallen toben, zur Ruhe kommen oder in den Schulküchen kochen. Wie beliebt die Gesunde Stunde ist, bescheinigte Mattia Gratzki. Die Konrektorin der Heinrich-Schüren-Schule berichtete, dass sich zu den Aktionen selbst Eltern anmeldeten, die mit dem Schulalltag sonst nur wenig verbunden seien. Die Universität Osnabrück untersuchte die Gesunde Stunde und bescheinigte dem Vereinskonzept eine nachhaltige Wirkung.

Für einen größeren Bezugsrahmen plädierte beim Gespräch die Ernährungsexpertin Onat Temme. Um den Weg in die sogenannte Adipositas-Gesellschaft rechtzeitig zu verlassen, brauche es mehr als die Gesunde Stunde. „Ernährungsbildung muss in weiterführenden Schulen vermittelt werden“, forderte Temme.


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