Spielplatz für Solisten Kraftvolles „Jazzgebläse“ im Osnabrücker Blue Note

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Nicht nur die Saxofon-Sektion glänzte in der 16-köpfigen Formation „Das Jazzgebläse“ unter der Leitung von Christian Mews im Blue Note. Foto: Thomas OsterfeldNicht nur die Saxofon-Sektion glänzte in der 16-köpfigen Formation „Das Jazzgebläse“ unter der Leitung von Christian Mews im Blue Note. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Ein gemischtes, unterhaltsames Programm bot die 16-köpfige, überwiegend aus dem Münsteraner Raum stammende Bigband „Das Jazzgebläse“ im Blue Note.

Ein gemischtes, unterhaltsames Programm bot die 16-köpfige, überwiegend aus dem Münsteraner Raum stammende Bigband „Das Jazzgebläse“ im Blue Note. Schon der in vielen Klangfarben schillernde Opener „Funkhaus Paris“ bot dabei viel Raum für Soli. Die Bläsersektionen setzten mitunter krachende Akzente, ließen die Melodien aber auch immer wieder fein fließen. Im gemäßigten Tempo dirigierte Maestro und Komponist Christian Mews dann „Eremophobia“, ein überwiegend melancholisches Stück über die Angst vor dem Alleinsein. Das mussten die Flügelhornisten indes kaum fürchten. Denn obwohl sie im Vordergrund standen, breiteten die Kollegen einen warmen Klangteppich aus, auf dem sie sich wohlig strecken konnten.

Vom Volkslied zum Hummeltanz

Die wahre Geschichte einer Autofahrerin, die sich auf einen Truppenübungsplatz verfahren hat, erzählte die Klangcollage „Sperrgebiet“, die sich allerdings als Spielplatz nicht nur für die Rhythmusgruppe, sondern wiederum auch für die Solisten erwies. Am sperrigen Baritonsaxofon intonierte dann Paul Muhle mit Thelonious Monks Ballade „Round Midnight“ die erste Fremdkomposition des Abends, gefolgt von einer furios beschleunigten Variante des deutschen Volkslieds „Horch, wer kommt von draußen rein“. Ein Medley aus Erkennungsmelodien von Fernsehserien für Kinder führte inklusive Publikumsquiz in die zweite Hälfte. Nach einem musikalischen Elchtest in Form einer schwedischen „Begegnung der dritten Art“ kam auch Mews´ Ziehvater Peter Herbolzheimer zu seinem Recht, indem Trompeter Uli Schulz dessen „Some Time Ago“ gemächlich vor sich hin plätschern ließ. Flotter geriet da die vom Hummelflug inspirierte Eigenkomposition „Dance Of The Humblebee“. Als Zugabe lies das Jazzgebläse mit Jonas Rabeners Premiere am Sopransaxofon noch einmal „Kleinstadtzauber“ durch das Blue Note wehen, bevor es sich zurück über das Münsterland verstreute.  


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