Neue Imagekampagne Charakterköpfe der Caritas räumen mit Vorurteilen auf

Von Viktoria Koenigs

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Präsentation der „Caritas zeigt Gesicht“-Kampagne. Mit den alten Vorurteilen räumen auf: (vlnr) Gerrit Schulte, Ulrike Büter, Harald Langner, Reinhard Stihl, Svenja Dierker, Franz Loth. Foto: Thomas OsterfeldPräsentation der „Caritas zeigt Gesicht“-Kampagne. Mit den alten Vorurteilen räumen auf: (vlnr) Gerrit Schulte, Ulrike Büter, Harald Langner, Reinhard Stihl, Svenja Dierker, Franz Loth. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Religion spiele bei der Einstellung der Mitarbeiter keine Rolle: Mit diesem Vorurteil will die Caritas mit einer neuen Imagekampagne aufräumen. Plakate und großflächige Bannern werben im Bistum Osnabrück und in Bremen für den kirchlichen Verband als weltoffenen Arbeitgeber.

Osnabrück Ein Bild der Sozialarbeiterin Ulrike Büter klebt auf einem drei Meter großen Plakat, das über dem Eingang des Caritas-Gebäudes in Osnabrück hängt. „Ich gehe zur Arbeit und nicht in die Kirche“, steht dort auf einem schwarzen Hintergrund. Der Satz soll Passanten zum Innehalten bewegen – und das für drei Wochen an etwa 200 Standorten.

Zunehmend kämpft die Caritas mit den Vorurteilen, sie stelle keine Mitarbeiter ein, die nicht ihren katholisch-christlichen Glauben teilen oder geschieden sind. Mit diesen Klischees versucht der Wohlfahrtsverband, jetzt aufzuräumen. Dafür stehen zehn Mitarbeiter mit ihrem Gesicht und einem Teil ihrer Biografie ein. Die Angestellten wollen zeigen, wofür ihr Arbeitgeber wirklich steht. „Viele halten uns für zu konservativ und haben Berührungsängste“, sagt der Caritasvorsitzende, Diakon Gerrit Schulte, bei der Präsentation der Kampagne, die die Osnabrücker Agentur Stiehl/Over im Auftrag des Verbandes entwickelt hatte. Die Caritas sei offen für alle Menschen, die ihre grundlegenden Werte der Nächstenliebe, Hilfe und Freundlichkeit teilen. Bei den Bewerbern kommt es also nicht auf die Konfession, sondern auf die Profession an. „Wir sind so bunt wie die Welt“, sagt Franz Loth, Caritasdirektor.

Thematischer Fokus ist das Image der Caritas aufzuwerten und nicht den Bekanntheitsgrad zu steigern, sagt Stiehl/Over-Agenturchef Reinhard Stiehl. Viele potenzielle Bewerber schätzen die Arbeit des Wohlfahrtsverbandes, bewerben sich allerdings aufrund von Vorurteilen nicht. Dieser Zustand käme erschwerend zum allgemeinen Fachkräftemangel hinzu. Die Gesichter seien authentische Mitarbeiter der Caritas, Charakterköpfe, die mit ihrer Biografie für die Aktion stünden.

Bei Bewerbungsgesprächen seien immer noch die häufigsten Fragen, ob man sich auch mit Kopftuch oder als Geschiedener bei dem Verband bewerben dürfe. Für die Caritas sei die Kampagne ein Erfolg, wenn die Bewerber ein neues Bild von ihr als modernen, zeitgemäßen Arbeitgeber bekämen.


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