Oboe und Orgel bei „Wohnton“ Heimspiel im vertrauten Miteinander

Von Jan Kampmeier

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Wohnzimmerkonzert mit Lukas Brandt und Melanie Ortmann. Foto: Michael GründelWohnzimmerkonzert mit Lukas Brandt und Melanie Ortmann. Foto: Michael Gründel

Melanie Ortmann und Lukas Brandt laden beim Wohnton Festival die Zuhörer zu sich nach Hause ein und präsentieren in sehr privatem Rahmen Musik von C.P.E. und J.S. Bach, Fauré, Dubois und Fiocco.

Wohnton und Orgelmusik, wie geht das zusammen? Na gut, der Startpunkt des Festivals ist die Bergkirche, doch die dortige Orgel kommt diesmal offenbar gar nicht zum Einsatz, und die folgenden Stationen führen durch private Wohnzimmer und andere Räume, die normalerweise nicht mit dem Pfeifeninstrument ausgestattet sind. Aber zu Hause bei Melanie Ortmann und Lukas Brandt ist das eben doch der Fall. Im Wohnzimmer des Musikerpaares steht tatsächlich eine kleine Orgel: Zwei Manuale, Pedal und sogar ein Schwellwerk hat sie, aber sie kommt mit nur drei Registern aus. Zum Vergleich: Die Hauptorgel im Dom hat 57 Register, und es gibt noch weit größere Instrumente. Die englische Firma Walker habe das Instrument gebaut, erzählt Melanie Ortmann, seit 1996 stehe es nun schon in ihrem Wohnzimmer. Doch bisher war es ein reines Übe-Instrument, das Wohntonfestival sei für die Orgel das erste öffentliche Konzert überhaupt. Es erklingt in einer Sonate von Carl Philipp Emanuel Bach sowie kleineren Stücken von Théodore Dubois und Joseph-Hector Fiocco, und zwar jeweils zusammen mit der Oboe, denn Melanie Ortmanns Mann Lukas Brandt ist Solo-Oboist des Osnabrücker Symphonieorchesters. Schon am Mittwoch haben die beiden Musiker einige Nachbarn und Freunde zur Hauptprobe eingeladen, die sich vorab vom natürlich sehr vertrauten Miteinander des Paares bei ihrem Heimspiel überzeugen können. Abwechslungsreich geht es dabei zu. Nach C.P.E. Bachs recht anspruchsvoller Sonate folgt eine kleine Fuge des Vaters Johann Sebastian Bach für Orgel solo, und wenn es danach mit einer bekannten kleinen Melodie von Gabriel Fauré weitergeht, setzt sich Melanie Ortmann an den Flügel, der seinen Platz direkt neben der Orgel hat. Melanie Ortmann und Lukas Brandt wohnen in Hellern, also deutlich abseits der Innenstadt und im Rahmen des Wohnton Festivals nicht mehr fußläufig erreichbar. Das Konzert gehört zur Route „Presto“, auf der die Zuhörer mit dem Bus zu den einzelnen Stationen gefahren werden. Neben dem Wohnzimmer Brandt/Ortmann wird dabei das Keramikatelier Plashues angesteuert, wo ein weiteres Musiker-Ehepaar auftreten wird: Ana und Adrian Wonnemann spielen mit Christopher Wasmuth am Klavier Trios von Schostakowitsch und Moszkowski.


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