Autobahnsperrungen verstopfen Stadt Warum ist das Osnabrücker Verkehrssystem so anfällig für Stau?

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Im Berufsverkehr ist oft Stau in Osnabrück wenn es eine Sperrung auf der Autobahn gibt.  Foto: Jörn MartensIm Berufsverkehr ist oft Stau in Osnabrück wenn es eine Sperrung auf der Autobahn gibt. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. In den vergangenen Tagen konnten die Osnabrücker es erleben: Nach Unfällen auf den Autobahnen A30 und A1 kam es in der Stadt zu Staus. Viele Autofahrer nutzten den Weg durch die Stadt als Umleitung. Die Folge: Auch die Straßen in Osnabrück waren verstopft. Ist das Verkehrssystem in Osnabrück besonders anfällig für Staus?

Auf Anfrage bei der Stadt erklärt Pressesprecher Sven Jürgensen: "Die Antwort ist ganz einfach: Ja! Wir können deutlich beobachten, dass Sperrungen auf den Autobahnen Rückwirkungen auf die Stadt haben." Besonders brenzlig werde es zu Zeiten des Berufsverkehrs. Dies habe mehrere Gründe. Zum einen befinde sich das Stadtgebiet ohnehin schon nah an den Autobahnen und zum anderen seien die vorhandenen Umleitungen teilweise so eingerichtet, dass die Autofahrer bei Sperrungen automatisch durch die Stadt geleitet werden. 

Straßenführung in Osnabrück ein Problem

Ein anderes Problem in Osnabrück sei die sternenförmige Anordnung der Straßen in Richtung Ring. Die Zubringer auf den Ring und der Ring selbst sind daher laut Jürgensen besonders häufig von Staus betroffen. 

Auch die Ampelschaltung trage teilweise zum stockenden Verkehr in der Stadt bei, so der Sprecher. Dies wolle die Stadt aber ändern. Im Rahmen des Antrags für die Erstellung des „Masterplans für die Gestaltung nachhaltiger und emissionsfreier Mobilität“ sei auch die Entwicklung einer intelligenten Ampelschaltung vorgesehen. Davon dürfe man aber keine Wunder erwarten. "Irgendwann hat jede Straße ihr Limit erreicht, da helfen dann auch keine intelligenten Ampeln mehr", sagt Jürgensen. 

Was man jedoch nicht ändern könne sei die erwähnte Straßenführung in Osnabrück. Die Stadt hatte beispielsweise schon mehrfach darauf gedrängt, die B68 zu verlegen. Bislang führt die Straße quer von Norden nach Süden durch die Stadt über den westlichen Wall. 



Das Land Niedersachsen will die B68 auf die Autobahn A33 verlegen. Dies gehe aber erst, wenn der Lückenschluss mit der A1 erreicht ist. 

Auch die Änderung der ausgeschilderten Umleitungen sei schwierig, da hier die Bundes- beziehungsweise Landesbehörden zuständig sind. 

Kritik an Baustellenplanung

Das allgemeine Verkehrschaos wird verstärkt durch die vielen Baustellen in Osnabrück (Aktuell zeigt die Stadt 28 Baustellen an, Stand 6. September 2018). Seitens der IHK wurde den Planern unlängst mangelnder Weitblick bei der Baustellenplanung vorgeworfen. Die Stadt wies den Vorwurf zurück. Die Probleme seien nicht Resultat von Fehlplanungen oder unkoordiniertem Handeln, sondern lägen in der Natur der Dinge: "Mit über 50.000 Ein- und fast 20.000 Auspendlern, von denen viele das Auto benutzen, sind die Straßen zu den Hauptverkehrszeiten auch ohne Baustellen ausgelastet." Außerdem sei die Koordination mit Baustellen im Umland, für die das Land oder der Bund zuständig sind, schwierig.



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