Güterverkehr ab 2020 möglich Zwölf Millionen Euro für die Strecke der Teutoburger Wald-Eisenbahn

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Osnabrück. Insgesamt zwölf Millionen Euro will das Eisenbahnunternehmen Lappwaldbahn in Reparaturarbeiten des Eisenbahnnetzes mit den gut 50 Streckenkilometern zwischen Ibbenbüren, dem Osnabrücker Land und Versmold im Kreis Gütersloh investieren. Dabei setzt das Unternehmen auf Fördergelder in Millionenhöhe. Ab Ende 2020 und vollständig ab Ende 2022 soll die Strecke für den modernen Güterverkehr wieder befahrbar sein.

Ab Ende 2020 und vollständig ab Ende 2022 soll die Strecke für den modernen Güterverkehr wieder befahrbar sein. Zum historischen Teuto-Express, der aus Lengerich noch bis Oktober Pendelfahrten zur Landesgartenschau nach Bad Iburg anbietet, sagt Lappwaldbahn-Geschäftsführer Kai Uwe Ebert: „Der Teuto-Express ist Eisenbahn-Romantik und Werbung für die Strecke Teutoburger Wald-Eisenbahn. Das Geld verdienen wir aber im Güterverkehr.“ Der Hafen Saerbeck am Nordende der Strecke konnte wieder angeschlossen und der Abschnitt zwischen Lengerich und Bad Iburg soweit wieder hergerichtet werden, dass die Laga mit dem Museumszug erreichbar ist. Der 13 Kilometer lange erste Bauabschnitt von Ibbenbüren über Brochterbeck bis nach Dörenthe Hafen wurde Ende August nach zweijähriger Bauzeit mit einer Fahrt durch den Teuto-Express feierlich eröffnet.

8,4 Millionen Euro müssen noch investiert werden

Das Unternehmen aus Sachsen investierte bereits 2,2 Millionen Euro aus Eigenmitteln. „Zusätzliche 1,4 Millionen Euro konnten wir an Fördergeldern einwerben“, sagte Ebert auf Anfrage unserer Redaktion. Um die rund 50 Kilometer lange Strecke für den Güterverkehr auf eine Achslast von 22,5 Tonnen ertüchtigen, bedarf es aber noch weiterer, großer Investitionen.„In allen drei Bauabschnitten der Gesamtstrecke von Ibbenbüren über Lengerich und Bad Iburg bis nach Versmold werden wir insgesamt zwölf Millionen Euro investieren müssen“, erläutert Ebert. Von den noch ausstehenden Investitionen in Höhe von 8,4 Millionen Euro habe die Lappwaldbahn bereits Zusagen für Fördergelder von 3,2 Millionen Euro erhalten. „In Kürze erwarten wir noch weitere Förderbescheide in Höhe von 1.2 Millionen. Für den dritten Bauabschnitt werden ab 2020 noch weitere Millionen an Fördergeldern beantragt.“

120 bis 160 LKW-Ladungen pro Zug

Ab 2020 sollen bis zu einer halben Million Tonne an Schüttgütern über die neu instand gesetzte Eisenbahnstrecke befördert werden. Hinzu werden Frachtgüter kommen. „Das könnten etwa Landmaschinen der Firma Claas sein, die zum Hafen nach Bremerhaven befördert werden. Das können aber auch Frachtgüter sein, die in Dörenthe Hafen vom Schiff auf die Schiene umgeschlagen werden“, so Eberts Prognose. Er rechnet insgesamt mit drei bis fünf Güterzügen pro Tag an den Wochentagen. Um die Dimension zu veranschaulichen: Bei 40 Wagen entspricht das laut Ebert etwa 120 bis 160 LKW-Ladungen pro Zug. „Mit dem Lkw gibt es kein Wachstumspotenzial mehr, auf der Schiene schon. Hinzu kommt, dass die Frachtmengen immer mehr werden“, frohlockt Ebert. Die Lappwalbahn wird dabei künftig Trassenbetreiber wie der Deutschen Bahn etwa DB Netz sein und für die Nutzung der Strecke ein Netzentgelt verlangen.

Bis spätestens 2020 wieder durchgängig zu befahren

Nachdem Teile der Strecke bereits für den Personenverkehr freigegeben wurden, hält Ebert für den nächsten Meilenstein, dass die gesamte Strecke vom Münsterland bis nach Ostwestfalen bis spätestens 2020 wieder durchgängig verfügbar ist.

Lappwaldbahn bittet Kreis Osnabrück um Zuschuss

Die Große Kooperation im Kreistag aus den beiden Gruppen CDU/FDP/CDW und SPD/UWG hält es für gut denkbar, dass die Bitte der Lappwaldbahn nach einem Zuschuss in Höhe von insgesamt 320.000 Euro an die Kreise Steinfurt, Gütersloh und Osnabrück seitens des Landkreises Osnabrück im Rahmen der Haushaltsberatungen unterstützt wird. Der Anteil des Landkreises Osnabrück würde somit rund 107.000 Euro betragen. Auch die Grünen begrüßen die weitere Streckensanierung der Teutoburger Wald-Eisenbahn.


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