Kreisparteitag am 16. September Bojanis Rücktritt überrascht die AfD Osnabrück

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Der Kreisvorstand der AfD Osnabrück zeigt sich verwundert über den Rücktritt des AfD-Kreistagsmitglieds Tanja Bojani, sieht aber „keine Notwendigkeit“, das beim Kreisparteitag am 16. September im Georgsmarienhütter Kasinopark zu thematisieren. Foto: Jörn MartensDer Kreisvorstand der AfD Osnabrück zeigt sich verwundert über den Rücktritt des AfD-Kreistagsmitglieds Tanja Bojani, sieht aber „keine Notwendigkeit“, das beim Kreisparteitag am 16. September im Georgsmarienhütter Kasinopark zu thematisieren. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Der Kreisvorstand der AfD Osnabrück zeigt sich vom Rücktritt des AfD-Kreistagsmitglieds Tanja Bojani überrascht. Der Sprecher der Rechtspopulisten, Gerö Körding, und AfD-Kreistagsfraktionschef Felix Elsemann weisen Bojanis Vorwurf, die AfD sei frauenfeindlich, in einer schriftlichen Stellungnahme zurück. Sie sehen „keine Notwendigkeit“, das beim Kreisparteitag am 16. September im Georgsmarienhütter Kasinopark zu thematisieren.

Bislang sind bei der AfD-Veranstaltung Vorstandswahlen vorgesehen. Die AfD hat dafür nach Angaben der Café und Bar am Kasinopark die Kegelbahn reserviert. Im März war der AfD-Kreisvorsitzende Matthias Linderkamp nach nicht einmal fünf Monaten im Amt zurückgetreten. Auch der AfD-Sprecher und stellvertretende Kreisvorsitzende Daniel Wolf hatte seinen Posten aufgrund der andauernden innerparteilichen Queren zur Verfügung gestellt. Der bisherige stellvertretende Kreisvorsitzende Gero Körding aus Georgsmarienhütte übernahm die Aufgaben des Kreisvorsitzenden seither kommissarisch.

„AfD hat nichts bewirkt, außer die Gesellschaft aufzuhetzen“

Bojani hatte die AfD in ihrer Abrechnung „als frauenfeindlich, durchweg chauvinistisch und mit dem einzigen politischen Fokus auf dem Thema Asyl“ beschrieben. Das könne sie „nicht weiter unterstützen und vertreten“. Sie wolle „lösungsorientierte Politik“ machen und „echte Alternativen bieten“ und nicht „als einziges Ziel die Diffamierung gesellschaftlicher Minderheiten“ verfolgen. Die AfD habe „nichts bewirkt, außer die Gesellschaft aufzuhetzen“. Sie sei auch von der eigenen Kreistagsfraktion diffamiert worden, was ihr den Verbleib in der Partei unmöglich gemacht habe.

„Hätte gerne mehr getan, als Flyer zu verteilen und ein nettes Gesicht zu machen“

Auch ihre Absetzung als Osnabrücker Bundestagskandidatin der Rechtspopulisten kritisierte Bojani: „Ich hätte gerne mehr getan, als Flyer zu verteilen, Mitglieder anzuwerben und auf Ständen ein nettes Gesicht zu machen, aber mich als Frau hat man immer versucht klein zu halten.“ Zudem habe sie „keine Lust mehr auf persönliche Streitigkeiten und permanenten Kämpfe um politische Positionen“. Die Kommunalpolitikerin aus Rieste will ihr Kreistagsmandat jetzt als parteilose und vorerst fraktionslose Abgeordnete ausüben. Dadurch schrumpft die Kreistagsfraktion auf nur noch drei Mitglieder: Felix Elsemann, Dirk Schmelzer und Welf Bruning.

„Innerparteiliche Kritik als Frauenfeindlichkeit ausgelegt“

Körding und Elsemann kommentieren die Kritik: „Frau Bojani legt hier offenbar innerparteiliche Kritik als frauenfeindlich aus. Dies ist aber ein individuelles Problem und steht nicht im Zusammenhang mit dem Geschlecht.“ Erst vor acht Wochen sei Bojani „als Delegierte mit Begeisterung zum Bundesparteitag nach Augsburg gefahren“. Auf etlichen Fotos habe sie sich medienwirksam mit AfD-Chef Alexander Gauland und den AfD-Rechtsaußen Björn Höcke und der AfD-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Beatrix von Storch, präsentiert. Sie kritisieren: „Das Kreistagsmandat legt Frau Tanja Bojani natürlich nicht nieder, obwohl sie dieses ja über die AfD bekommen hat.“ Glaubwürdigkeit sehe anders aus. Die verbleibenden Mitglieder der Kreistagsfraktion würden weiterhin zu ihrem Mandat und zu den Zielen der AfD stehen.


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