Feier über sieben Tage Heger Laischaft in Osnabrück ruft zum Schnatgang auf

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Der Schnatgang der Heger Laischaft findet traditionsgemäß alle sieben Jahre statt. Vom 3. bis 9. September ist dafür die Osnabrücker Altstadt geschmückt. Foto: Hermann PentermannDer Schnatgang der Heger Laischaft findet traditionsgemäß alle sieben Jahre statt. Vom 3. bis 9. September ist dafür die Osnabrücker Altstadt geschmückt. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Die Altstadt in Osnabrück ist mit grünen Girlanden und plattdeutschen Sprüchen geschmückt. Hintergrund: Die Heger Laischaft hat am Dienstag den Schnatgang ausgerufen. Sieben Tage lang wird nun gefeiert.

Einige Besucher in Osnabrück wunderten sich am Dienstag über die mit grünen Girlanden aus Nordmanntannen geschmückte Osnabrücker Altstadt. "Mich haben heute einige gefragt, ob denn schon für Weihnachten geschmückt wird", sagte Gerd Gust, Wort- und Buchhalter der Heger Laischaft und damit deren Vorsitzender. Er erklärte dann, dass die Heger Laischaft jährlich den sogenannten Schnatgang macht und damit an den ersten Grenzstein der Heger Laischaft erinnert. Das Traditionsfest allerdings findet nur alle sieben Jahre statt.

Die grünen Girlanden verbinden die Nachbarn in der Heger Straße. Foto: Hermann Pentermann


Am Dienstagvormittag holte die Heger Laischaft noch das "Grün" - also Äste von Nordmanntannen. Rund 40 Frauen der Laischafter trafen sich gegen Mittag auf dem Marktplatz, um gemeinsam den grünen Kranz für den Handlauf der Rathaustreppe zu binden.

Rund 40 Frauen banden den Kranz. Foto: Hermann Pentermann


Zum ersten Mal haben sich die Frauen dafür an einem Platz in der Stadt getroffen. In den anderen Jahren wurde der Kranz für die Rathaustreppe an verschiedenen Orten gebunden. "In der Altstadt hängen rund 1300 Meter grüne Girlanden", sagte Gust. In der Heger Straße zum Beispiel hängen diese über die Straße und verbinden damit die Nachbarn.


Fleißig banden die Frauen das Grün der Nordmanntannen zu einem langen Kranz. Foto: Hermann Pentermann


"Dieses Jahr läuft alles super und sogar das Wetter spielt mit", sagte Gust und zeigte auf den blauen Himmel und die Sonne. 2011 standen die Laischafter mit Regenschirm in der Altstadt. Denn erste von vier Stationen wurde am Rathaus der Schnatgang ausgerufen. Dafür ertönte zuerst das alte Horn der Laischaft über dem Rathausplatz.


Das alte Horn ertönt und damit beginnt das Ausrufen zum Schnatgang der Heger Laischaft. Foto: Hermann Pentermann


Dann las ein Laischafter die Bekanntmachung von der Schriftrolle up platt, also auf plattdeutsch, vor:

Die erste Bekanntmachung wurde vor dem Osnabrücker Rathaus vorgetragen. Foto: Hermann Pentermann

„Bekanntmaakung! Van’ t Joar sünd wi van de Hierger Leeskupp wedder an de Riege, usen Schnautgang to fiern. Und wie föddert ju olle up,de Hüüser un de Strauten met Meeböume un Girlanden, met putzige Kiärls un lustige Sprüerke ut to staffeern. Dönnersdag Aubend um sesse möt ollens ferrig sein. Un wekke da nich metmaaket, die kann et eerst in siärben Joaren wedder nauhalen".


Gert Gust, Wort und Buchhalter der Heger Laischaft, stimmt den Ausruf "Olle Use" an. Foto: Hermann Pentermann


"Olle", rief Gust laut zu allen Laischaftern und Interessenten, die extra gekommen oder auf dem Weg stehen geblieben waren. Diese antworteten: "Use". Mit dem Ausruf "Olle Use" erklärt die Laischaft, dass die Grundstücke des Heger Holzes alle ihnen gehören. Dieses hat eine lange Tradition. Denn bevor es Grundbücher und Katasterkarten gab, sind die Menschen der Laischaften beim Schnatgang die Grenzen der eigenen Weidegrundstücke abgegangen. Wenn damals Grenzverletzungen von Nachbarn festgestellt wurden, weil diese zum Beispiel einen Zaun unrechtmäßig gesetzt oder einen Grenzstein verlegt hatten, wurde dieser Zaun wieder abgerissen oder der Grenzstein zurückgelegt.


Die Meller Jagdhornbläser spielen zum ersten Mal beim Schnatgang der Heger Laischaft. Foto: Hermann Pentermann


Die traditionelle Bekanntmachung fand zuerst am Rathaus, dann beim Löwenpudel auf dem Domplatz, dem Heger Tor und abschließend vor dem Restaurant "Olle Use" statt. Begleitet wurde die Laischafter von den Meller Jagdhornbläsern, die zum ersten Mal dabei waren. "Es macht Spaß und ist mal etwas anderes", sagte Richard Kuchem, Leiter des Corps. Den Abend ließen die Laischafter und die Meller Bläser zusammen in der "Olle Use" ausklingen.

Am Donnerstag, 6. September, um 20 Uhr startet der Fackelzug durch das Laischaftsgebiet. Dazu  lädt Gust ausdrücklich alle Osnabrücker herzlich ein. Der eigentliche Schnatgang, das Abgehen des Besitzes, beginnt am Freitag, 7. September, ab 14.30 Uhr am Osnabrücker Rathaus.


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