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05.09.2018, 06:25 Uhr WOHNUNGSNOT

Wunsch und Wirklichkeit der Integrationsarbeit in Osnabrück

Kommentar von Sandra Dorn

Schon seit Anfang des Jahres ist bekannt, dass die beiden Gebäude an der Landwehrstraße nicht mehr lange als Flüchtlingsunterkünfte zur Verfügung stehen sollen. Foto: Archiv/Gert WestdörpSchon seit Anfang des Jahres ist bekannt, dass die beiden Gebäude an der Landwehrstraße nicht mehr lange als Flüchtlingsunterkünfte zur Verfügung stehen sollen. Foto: Archiv/Gert Westdörp

Osnabrück . Für ihr Integrationskonzept hat die Stadt Osnabrück kürzlich vom Bundesinnenministerium einen Preis bekommen. Einer der wesentlichen Punkte im Konzept ist die dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge. Doch angesichts des Mangels an günstigen Wohnungen ist das leider Wunschdenken.

Das Problem ist auch nicht einfach zu lösen, indem der Staat dafür sorgt, dass alle abgelehnten Asylbewerber abgeschoben werden, wie es die Osnabrücker CDU-Fraktion gern darstellt. Ja, Abschiebungen müssen in berechtigten Fällen durchgeführt werden, und das würde die Aufnahmekapazität in Osnabrück um womöglich 100 Plätze erhöhen. Doch dadurch finden all diejenigen, die eine Aufenthaltsberechtigung erhalten haben, auch keine Wohnung.

Das eigentliche Problem ist, dass diejenigen, die im Land bleiben dürfen, viel zu lange in den Unterkünften festsitzen, die für sie nur als Übergangslösung gedacht waren. Solange es nicht mehr bezahlbare Wohnungen gibt, wird die Stadt das Unterbringungsproblem nicht lösen können.

Mobile Wohnanlagen in kleineren Einheiten ließen sich zumindest in den Stadtteilen verteilen, insofern ist der Idee durchaus etwas abzugewinnen. Besser allemal, als eine weitere große Gemeinschaftsunterkunft im alten Finanzamt einzurichten.


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