Drehscheibe für Betreuungsplätze 10 Jahre Familien- und Kinderservicebüro

Von Regine Hoffmeister

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Zehn Jahre Familien- und Kinderservicebüro bei der Stadt Osnabrück.  Helmut Tolsdorf und Bettina Matzke. Foto: André HavergoZehn Jahre Familien- und Kinderservicebüro bei der Stadt Osnabrück. Helmut Tolsdorf und Bettina Matzke. Foto: André Havergo

Osnabrück. Das Familien- und Kinderservicebüro der Stadt Osnabrück feiert sein zehnjähriges Jubiläum. Es vermittelt Angebote zur Kindertagesbetreuung sowie Kindertagespflegeplätze.

„In der Regel finden wir für alle Familien eine passende Lösung“, betont Bettina Matzke, Leiterin des Familien- und Kinderservicebüros an der Hannoverschen Straße. Gemeinsam mit ihrem Team aus sozialpädagogischen Fachkräften berät sie Eltern zu Angeboten zur Kindertagespflege (0-3 Jahre) sowie zur Kindertagesbetreuung in rund hundert Kindergärten und Kitas (3-6 Jahre) in der Stadt Osnabrück.

Schwierig seien mitunter die Fälle, in denen ungewöhnliche Betreuungszeiten gewünscht werden, etwa weil die Eltern im Schichtbetrieb oder am Wochenende arbeiten. „Dann erarbeiten wir mit den Familien individuelle Betreuungskonzepte“, so Matzke. 

Während die Versorgungsquote bei der Betreuung von Kita- und Kindergartenkindern (3-6 Jahre) bei 93,6 Prozent (2017) liegt, also fast jedes Kind in diesem Alter tagsüber betreut wird, sieht es bei den Jüngeren noch deutlich anders aus: Die vom Stadtrat angestrebte Versorgungsquote von 60 Prozent der ein- bis zweijährigen Kinder mit Betreuungsplätzen wurde im vergangenen Jahr mit 56,4 Prozent nur knapp verfehlt. „Das lag vor allem aber daran, dass weit mehr Kinder geboren wurden und durch Flüchtlingsfamilien dazukamen als ursprünglich kalkuliert“, erläutert Helmut Tolsdorf, Fachdienstleiter Kinder. Sonst hätte die Stadt ihre selbst festgesetzte Quote sicherlich schon erreicht.

35 unter dreijährige Kinder stehen derzeit auf einer Warteliste für Kindertagespflegeplätze. Neun davon sind aber bereits in Vermittlung. 

Krippen und Tagesmütter seien heute „gelebte Normalität“, so Tolsdorf. 1641 Plätze (2017) in der Stadt Osnabrück reichen derzeit zwar fast aus, um die Nachfrage zu decken. Perspektivisch werde der Bedarf aber weiter steigen, schätzt der Fachdienstleiter. „Wer heute einen qualifizierten Beruf hat, egal ob Mann oder Frau, wird nach mehrjähriger Familienpause große Schwierigkeiten haben, wieder ins Berufsleben hineinzufinden.“

Nicht nur die Zahl der vorhandenen Tagespflegeplätze für Kinder unter drei Jahren ist in den vergangenen Jahren angestiegen, auch die Qualifizierung der Betreuungspersonen konnte das Familien- und Kinderservicebüro durch mehrstufige Schulungsprogramme kontinuierlich verbessern. Büroleiterin Matzke spricht deshalb auch von „Fachkräften der Kindertagespflege“, die durch ihre Professionalisierung einen großen Teil dazu beigetragen haben, dass sich das Image der Kindertagespflege so positiv entwickelt habe.

150 Tagesmütter und drei Tagesväter (2017) betreuen aktuell 420 Kinder in Osnabrück, entweder in der eigenen Wohnung, zuhause bei den Kindern oder in einer der acht Großtagespflegestellen. Derzeit sucht das Servicebüro nach einer passenden Wohnung für eine weitere Großtagespflegestelle für sechs bis zehn Kinder. Erdgeschosswohnungen mit Garten seien dafür ideal.

Ebenso werden zusätzliche Tagespflegepersonen gesucht. „Verantwortungsbewusste Menschen, die Freude am Umgang mit Kindern haben, bringen schon erste Voraussetzungen für die Kindertagespflege mit und sind herzlich willkommen, sich bei uns zu melden“, sagt Bettina Matzke.

Weitere Informationen: www.osnabrueck.de/kindertagesbetreuung


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN