Namensgeber mit NS-Hintergrund Straßen Osnabrücks umbenannt und doppelt beschildert

Von Viktoria Koenigs

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Osnabrück . Die Stadt hat Mitte Mai drei Straßen mit nationalsozialistisch belasteten Namensgebern umbenannt. Mittlerweile wurden die neuen Straßenschilder angebracht, wobei die alten immer noch vorhanden sind und rot durchstrichen wurden. Diese Doppelbeschilderung soll noch ein Jahr dortbleiben.

Nachdem der Arbeitskreis Erinnerungskultur erneut öffentlich gemacht hatte, dass die Namensgeber der ehemaligen Straßen „Heinrich-Röper-Weg“, „Carl-Diem-Straße“ und „Giesbert-Bergerhoff-Straße“ nationalsozialistisch vorbelastet waren, wurde das Verfahren im Mai 2017 eingeleitet, diese Straßen umzubenennen. Die Namensgeber sollen das nationalsozialistische Regime auf unterschiedliche Weise aktiv gestützt und getragen haben. Ein Jahr später beschloss der Stadtrat, den Straßen neue Namen zuzuteilen. An diesem langen Prozess haben sich die Anwohner aktiv beteiligt, indem sie Vorschläge einreichten. Am 8. Mai dieses Jahres entschied sich der Rat in Absprache mit den Anwohnern für die Namen „Färberweg“ anstelle von „Heinrich-Röper-Weg“, „An der Moorweide“ für die „Carl-Diem-Straße“ und „Frieda-Schröer-Straße“ ist nun die ehemalige „Giesbert-Bergerhoff-Straße“. Für die Anwohner sind, nach Angaben der Stadt, durch die Änderungen keine Kosten entstanden.

Für viele Anwohner war es wichtig, die Straßen nicht nach Personen zu benennen, um einer etwaigen weiteren Umbenennung entgegenzuwirken. Einzige Ausnahme bildet die Frieda-Schröer-Straße. Diese ist nach Frieda Schröer benannt. Sie starb im Alter von 25 Jahren in einer medizinischen Klinik an Hunger oder Medikamentenvergiftung. Sie steht, nach Information der Stadt, stellvertretend für zahlreiche Krankenmorde zur Zeit des NS-Regimes.

Vor zwei Wochen brachte die Stadt die neuen Schilder an den Straßen an, allerdings wurden die ehemaligen nicht wieder abmontiert. Diese befinden noch sich gut lesbar über den aktuellen und sind rot durchgestrichen. Nach Angabe einer Sprecherin der Stadt Osnabrück wird diese Doppeltbeschilderung noch ein Jahr bestehen bleiben, damit die Straße auch von Personen gefunden werden kann, die von der Straßenumbenennung noch nichts wissen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN