Nachnutzung und Leerstände Was aus den geschlossenen Sparkassengebäuden geworden ist

Von Viktoria Koenigs

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Osnabrück. In den letzten zwei Jahren schloss die Sparkasse Osnabrück siebzehn Standorte in der Region. Sie machten Platz für das sogenannte Zukunftskonzept. Dieses hat sich nach eigenen Angaben in den letzten Jahren sehr gut und die Schließung der Standorte verlief ohne Kündigungen. Doch was wurde eigentlich aus den ehemaligen Filialen?

„Dieser Standort ist geschlossen. Ab sofort finden sie uns hier...“ Ein großes rotes Schild prangt an der Tür des Gebäudes Am Kalkhügel 1. Hier stand früher eine Sparkassenfiliale, die als Folge des Zukunftskonzeptes geschlossen wurde. Davon stehen einige Gebäude immer noch leer. In anderen Gebäuden ist mittlerweile neuer Betrieb eingekehrt. Nach Information der Sparkassensprecherin Dörthe Klingemeyer verkaufte die Sparkasse zehn Standorte und vermietete fünf weiter. Bei zwei angemieteten Filialen kündigte sie den Mietvertrag, und in dem Standort in Georgsmarienhütte-Harderberg entstehen zur Zeit Neubau-Wohnungen.

Neuer Betrieb und leer stehende Gebäude

In Osnabrück schlossen sieben Filialen. Von diesen stehen die Gebäude am Kalkhügel, in Atter und Nahne leer. Der Standort Nahne ist erst Anfang Juli geschlossen worden. Verblichen sieht man noch den früheren Sparkassenschriftzug über der Eingangstür, die Rollläden sind herruntergelassen und Graffiti an die Wände gesprüht. Wofür das Gebäude in der Dodesheide genutzt wird und wer der Inhaber ist, ist bisher ungeklärt. Von außen ist allerdings kein Publikumsverkehr ersichtlich. Die beiden Filialen am Arndtplatz und in der Wüste wurden zu einem neuen, modernen Standort am Weidencarrrée zusammengefasst. Anstelle Geld abzuheben, kann man sich in der Geschäftsstelle in der Wüste nun um professionellen Zahnersatz kümmern. Hier befindet sich das Dentallabor „art of smile“. In der Filiale am Ölweg befindet sich mittlerweile eine Kinderarztpraxis. Auch in Pye sind die Jalousien wieder hochgefahren und ein Schulungszentrum ist dort eingezogen.

Ob und welche dieser Gebäude noch Eigentum der Sparkasse sind und was mit den leer stehenden Filialen passiert, wollte Wulf Padecken, Pressesprecher der Sparkasse, auf Nachfrage nicht preisgeben. Bei den bisher geschlossenen Immobilien handle es sich auch nicht um städtische, wie Monika Nestmann, Sprecherin der Stadt, bestätigte.

Das Zukunftskonzept zwei Jahre später

Zwei Jahre ist die Umstrukturierung der Sparkasse mittlerweile her, und Padecken lässt das Konzept im Gespräch Revue passieren: „Es hat sich alles sehr gut entwickelt und alle unsere Erwartungen wurden sogar übertroffen.“Für die Kunden vor Ort sei dies zunächst eine große Umstellung gewesen, jedoch sei die Sparkasse schon vorab in Kontakt mit ihnen getreten, um dabei zu beraten und Alternativen zu bieten. „Es gab natürlich Kunden, die über Jahrzehnte den gleichen Betreuer hatten und den gleichen Standort besuchten. Aber wir haben mit ihnen intensive Gespräche geführt und die Zufriedenheit der Kunden entwickelte sich höher, als anfänglich erwartet“, erklärt Padecken.

Keine Mitarbeiter entlassen

Wenn eine Bank zahlreiche Filialen schließt, kann das den ein oder anderen Mitarbeiter den Job kosten. Die Sparkasse lege allerdings darauf Wert, dass alle Mitarbeiter in anderen Geschäftsstellen weiterbeschäftigt würden.

Finanziell sei das Zukunftskonzept ein Erfolg gewesen. Kosten, die durch die Schließungen und darauf folgende Arbeiten entstanden, deckten sich in den Wochen darauf, da die laufenden Ausgaben in den Filialen wegfielen.

Neues Konzept

Das Zukunftskonzept sieht vor, das Zweigstellennetz zu straffen und das Onlinebanking sowie den Service in digitalen Kanälen zu stärken. Vor zwei Jahren baute die Bank einen neuen digitalen Bereich auf und eröffnete das Beratungscenter. Dort werden die Kunden auf modernen Kommunikationswegen, wie zum Beispiel per Videochat beraten, wie Klingemeyer erklärt.


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