Feuerwehr sah erst keinen Handlungsbedarf Katze nach vier Tagen von Baum in der Dodesheide gerettet

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Eine Katze hat Anwohner in der Dodesheide das Wochenende über auf Trab gehalten. Symbolfoto: colourbox.deEine Katze hat Anwohner in der Dodesheide das Wochenende über auf Trab gehalten. Symbolfoto: colourbox.de

Osnabrück. Aufregung in der Dodesheide: Eine Katze war am Freitag auf eine Trauerweide in unmittelbarer Nähe zur Franziskuskirche und dem dortigen Teich geklettert und hatte dort vier Tage lang festgesessen und kläglich miaut. Die halbe Nachbarschaft kam schließlich zusammen, um dem Tier zu helfen. Denn die Feuerwehr wollte zunächst nicht einschreiten – und nennt dafür nachvollziehbare Gründe.

In unmittelbarer Nachbarschaft zur Franziskuskirche und dem gleichnamigen Alten- und Pflegeheim steht ein Teich. "Ein Teich mit Enten drauf", wie Manfred Schröder sagt, der ebenfalls dort wohnt. Und direkt am Teich wachsen große Weiden. Ob es nun die Enten, ein Vogel oder einfach nur die gute Aussicht war, die eine Katze dazu bewog, am Freitag auf selbige zu klettern, werden wir wohl nie erfahren. Tatsache war, dass sie nun einmal da saß – und offenbar nicht mehr hinunter kam. 

Katzen retten ist teuer

Eine echte Siamkatze sei das gewesen, ist sich Manfred Schröder sicher. "Vier Tage lang habe ich mir das angeschaut", erzählt er. Dann stand für ihn fest, dass etwas unternommen werden müsse. Anwohner hatten bereits die Feuerwehr über das miauende Elend informiert. Die sah jedoch zunächst keinen Handlungsbedarf. Tierrettung gehört in Niedersachsen nicht zu den Pflichtaufgaben der Feuerwehr, erläutert Jan Südmersen von der Berufsfeuerwehr Osnabrück. "Das heißt: Wir können tätig werden, müssen es aber nicht." Eine Katze im Baum sei immer eine Einzelfallentscheidung: Gibt es akut dringendere Aufgaben, sind überhaupt ausreichend Einsatzkräfte verfügbar? In jedem Fall müsse nach einer Tierrettung eine Rechnung gestellt werden, und die falle je nach Aufwand in einer Höhe von 500 bis 1000 Euro aus. 

Ein Dachdeckerunternehmen hätte gerne geholfen - doch die Leiter war nicht lang genug. Foto: privat/Schröder

Dachdecker rückt an

Eine ehrenamtliche Tierschützerin sei vor Ort gewesen, berichtet Manfred Schröder. Die habe einen Bekannten angerufen, der bei der FIrma "BSK – Bedachung, Solartechnik, Klempnerei" arbeite. Die seien dann auch angerückt, nur leider habe sich deren Leiter als zu kurz herausgestellt. Mittlerweile hatten sich laut Schröder etwa 30 Menschen um die Weide versammelt. Die Katze musste vom Baum! Und gerade, als die Anwohner die ersten halsbrecherischen Rettungspläne schmiedeten, sei dann doch noch die Feuerwehr gekommen. 

"Bei der derzeitigen Witterung warten wir bei einer Katze im Baum normalerweise erst einmal zwei, drei Tage ab", sagt Südmersen. Oft kämen die Tiere in der Zeit alleine wieder hinunter. In diesem Fall waren es am Ende vor allem die Rettungsversuche der Anwohner, die der Feuerwehr Sorgen bereiteten. Damit sich niemand selbst gefährdete, machten es die Feuerwehrmänner am Ende lieber selbst. 

Am Ende hatte sich eine ganze Menschentraube um die Weide versammelt, in der die Katze saß. Foto: privat/Schröder

"Die sind anschließend mit der Katze erst einmal zum Tierarzt in die Ellerstraße gegangen", sagt Manfred Schröder. Das Tier sei geschwächt gewesen, das habe man gesehen. Es hätte ja auch vier Tage lang nichts zu trinken und zu fressen bekommen. Auf jeden Fall wolle er der Feuerwehr und dem Dachdecker und überhaupt allen an der Rettungsaktion Beteiligten danken.

Und wer zahlt nun für den Einsatz? "Einen Besitzer konnten wir bislang nicht ermitteln", sagt Jan Südmersen von der Feuerwehr. Heißt: Die Kosten müssen intern mit dem Ordnungsamt verrechnet werden. 

Am Ende rückte doch noch die Feuerwehr an. Foto: privat/Schröder


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