"Facettenreichtum hat mich selbst überrascht" Dominique Horwitz über die Liebe und seinen neuen Roman

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Liest in Schledehausen aus seinem neuen Roman: Schauspieler Dominique Horwitz.Liest in Schledehausen aus seinem neuen Roman: Schauspieler Dominique Horwitz.

Osnabrück. Mit „Chanson D´Amour“ hat Schauspieler Dominique Horwitz gerade seinen zweiten Roman veröffentlicht, den er am Donnerstag im Hof Wamhof in Schledehausen vorstellen wird.

Herr Horwitz, warum haben Sie nach ihrem Weimar-Krimi das Genre wieder verlassen und nun einen Liebesroman geschrieben?

Ursprünglich wollte ich eine Krimireihe schreiben. Doch bevor ich mich an den zweiten Roman machte, bekam ich Lust, das Genre zu wechseln. Was mich im Nachgang nicht überrascht. Ich versuche nämlich, alle Projekte in ein individuelles Gewand zu kleiden. Sei es im Theater oder in der Musik. Ich verlasse gern immer wieder die von mir ausgetretenen Pfade. Und das gilt dann eben auch für das Schreiben.

Hat der Sujet-Wechsel vom Morden zum Lieben auch etwas mit Ihrer Wahlheimat Weimar zu tun, die ja als Schauplatz geblieben ist?

Die Liebe ist eigentlich auch das Hauptthema des Krimis gewesen. Die Liebe ist überhaupt mein Hauptthema. Insofern war es folgerichtig, mit teilweise denselben Figuren einen Liebesroman zu schreiben. Die Stadt bietet nicht nur viel Kultur, ich selbst bin der Liebe wegen hingezogen. Und neben dem Unvermögen, über etwas Anderes zu schreiben als das, was mich im Kern betrifft, ist es auch das Thema, was die Menschen am meisten bewegt.

In „Chanson D’Amour“ gibt es eine Stelle, wo der selbst schriftstellerisch ambitionierte Kutscher Kaminski sagt, dass ein Liebesroman auch ein Beziehungsratgeber sein sollte. Gilt das auch für Ihr Buch?

Es ist auf jeden Fall ein kleiner Ratgeber in Sachen Liebe geworden. Was aber nicht geplant war, sondern eher im Prozess entstanden ist. Fast alle Stadien und Spielarten des Verliebtseins und der Liebe werden widergespiegelt. Der Facettenreichtum und die Komplexität der Liebesanschauungen, die dabei herausgekommen sind, haben mich selbst überrascht.

Inwieweit bringen Sie Ihre Erfahrung als Schauspieler und Sänger auch beim Lesen ein?

Da ich auch als Schauspieler schreibe, ist es klar, dass ich auch wie ein Schauspiel auftrete und lese. Das ist zumindest mein Bestreben, aber ich kann es ja auch ohnehin nicht anders.

An einer Stelle des Romans kommt auch Osnabrück vor. Besitzen Sie etwa einen Bademantel aus dem Hotel Hohenzollern?

Nein, das beruht auf einer Geschichte, die das Leben geschrieben hat und nicht auf einer Erfahrung, die ich selber gemacht habe. Ich kenne jemanden, der die Hotels, in denen er übernachtet, auf das Übelste zu beklauen pflegt. Ich würde das den Hohenzollern nie antun.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN