Vorstoß von UWG/Piraten Wählt Osnabrück bald auch die Behördennummer 115?

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Behördennummer 115 – hier werden (fast) alle Fragen beantwortet. Archivfoto: dpa/Marcus BrandtBehördennummer 115 – hier werden (fast) alle Fragen beantwortet. Archivfoto: dpa/Marcus Brandt

Osnabrück. Den Pass verlängern oder Sperrmüll bestellen? Wohngeld beantragen oder Wohnsitz anmelden? Viele Wünsche - eine Nummer: 115. So machen es über 500 Kommunen in Deutschland. Osnabrück nicht. Warum nicht?

Zwölf Jahre nach der testweisen Einführung der bundesweit einheitlichen Behördennummer 115 fragte die UWG/Piraten-Gruppe im Rat nach, warum Osnabrück immer noch nicht angeschlossen ist. Über 500 Kommunen haben sich nach Angaben von Nils Ellmers das System übernommen, 52 Millionen Bundesbürger können ihr Rathaus über diese einfache Nummer telefonisch erreichen. Die Verwaltung möge eine Einführung auch in Osnabrück prüfen, so der Antrag von UWG/Piraten, der im Rat eine Mehrheit fand. Nun wird sich der Ausschuss für Organisation und Personal mit dem Thema befassen. 

Idee der Bundesregierung

Die einheitliche Behördennummer – das Projekt D 115 – ist eine Erfindung des IT-Gipfels 2006 der Bundesregierung. Die Ideengeber versprachen sich mehr Bürgernähe und eine effizientere Verwaltungsarbeit, weil viele Anfragen schon beim Erstkontakt und ohne Einschalten der Fachabteilungen beantwortet werden könnten. In Niedersachsen beteiligte sich in der Anfangsphase nur Oldenburg an dem Testlauf. Die Hunte-Stadt verfügte bereits über ein Service-Center – eine Grundvoraussetzung, um die Vorteile der zentralen Rufnummer auch ausschöpfen zu können. 

Positive Bilanz in Oldenburg

Zehn Jahre nach Einführung des Service-Centers und Behördennummer ziehen die Oldenburger eine durchweg positive Bilanz. Das Ziel, möglichst viele Anrufer schon beim Erstkontakt erschöpfend zu bedienen, sei erreicht, teilt die Stadt Oldenburg mit. Über zwei Drittel der Anfragen seien beim ersten Anruf erledigt worden. Die Mitarbeiter im Service-Center greifen dabei auf eine „Wissensdatenbank“ zurück, die fortlaufend erweitert werde. Wartezeiten gebe es kaum: 80 Prozent der Anrufe seien nach maximal 20 Sekunden angenommen worden.

Das Service-Center ist montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr  unter 0441/235-4444 oder 115 erreichbar. Anfangs gingen den Angaben zufolge monatlich 20.000 Anrufe ein, inzwischen hat sich die Zahl auf 40.000 verdoppelt. Das Service-Center fange den Großteil der Anfragen ab und entlaste damit die Fachabteilungen. 

Osnabrück ist den Weg zum hauseigenen Callcenter bislang nicht gegangen. Wer die städtische Rufnummer 323-0 wählt, landet in der Telefonzentrale, die an die Fachabteilung weiterverbindet. Die Einführung eines Service-Centers wäre mit erheblichen Investitionen verbunden, außerdem müsste das Personal geschult werden. 2010 sagte Stadtsprecher Sven Jürgensen, das bisherige System funktioniere gut, es gebe daher keinen Grund zur Eile. Osnabrück wolle die Ergebnisse des Pilotprojektes abwarten.

UWG und Piraten nehmen den Pressesprecher jetzt beim Wort. Zwölf Jahre nach Beginn des Pilotprojektes sei es an der Zeit, die Ergebnisse auszuwerten und den etwaigen Nutzen für Osnabrück zu prüfen. 


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN