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Anstieg um 6,7 Prozent Stadtwerke Osnabrück erhöhen Bäderpreise zum 1. Oktober

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Die Stadtwerke Osnabrück erhöhen zum 1. Oktober die Preise in den Bädern. Symbolfoto: Michael GründelDie Stadtwerke Osnabrück erhöhen zum 1. Oktober die Preise in den Bädern. Symbolfoto: Michael Gründel

Osnabrück. Die Stadtwerke Osnabrück erhöhen zum 1. Oktober die Tarife im Nettebad, Moskaubad und Schinkelbad im Mittel um 6,7 Prozent. Grund sind nach Angaben von Bäderchef Wolfgang Hermle vor allem gestiegene Personal- und Betriebskosten.

Letztmalig hatten die Stadtwerke vor knapp zwei Jahren an der Preisschraube gedreht. Nun sei eine Erhöhung unausweichlich, betonte Hermle am Dienstag. Im Mittel wollen die Stadtwerke die Preise nun um 6,7 Prozent anheben. Betroffen sind in erster Linie die Basistarife, die Schwimmbadbesucher in jedem Fall zu entrichten haben, egal wie lange sie sich im Nette-, Schinkel- oder Moskaubad aufhalten. So zahlen Gäste ab dem 1. Oktober grundsätzlich 30 bis 50 Cent mehr für ihren Besuch. 

Tarifsystem wird angepasst

Außerdem wird das Tarifsystem im Nettebad und im Cabriosol auf das, so Hermle, "veränderte Kundenverhalten" angepasst. In beiden Bädern gibt es im Gegensatz zum Moskaubad und dem Sportbereich des Schinkelbades sogenannte Nachzahlstufen. Wer länger als 90 Minuten schwimmt, muss alle 20 Minuten einen Aufpreis von 90 Cent zahlen. Ab Oktober wird im Viertelstundentakt aufgeschlagen, dafür wird der Kostenstopp vorgezogen, ab dem der Preis eingefroren wird. Belastet werden letztlich vor allem Langzeitbesucher. Unangetastet bleiben dagegen die Preise für Vereine.

Neue Eintrittspreise für das Nettebad. Foto: Michael Gründel

Konkrete Beispiele: Ab dem 1. Oktober zahlt eine vierköpfige Familie, die länger als vier Stunden im Nettebad verbringt, 32,30 Euro. In der noch gültigen Tarifstruktur waren es 29,40 Euro. Schwimmer, die innerhalb von 90 Minuten ihre Bahnen im Sportbecken ziehen wollen, zahlen im neuen Tarif im Schinkel- und Moskaubad 4,80 Euro (vorher 4,50 Euro) und im Nettebad 6,20 Euro (vorher 5,80 Euro). Auch in der Loma-Sauna im Nettebad passen die Stadtwerke die Preise an.

Gestiegene Kosten

Die Gründe für die Anhebung sieht Hermle vor allem in gestiegenen Personal- und Betriebskosten. "Durch die Anhebung der Gehälter im öffentlichen Dienst, die ja für die Beschäftigen sehr positiv ist, ist die Mehrbelastung spürbar", so Hermle. Weitere Kostenfaktoren seien die gestiegenen Energiekosten und nicht zuletzt die Aufwendungen für die Instandhaltung der Bäder. Hermle erinnerte daran, dass sich beispielsweise das Nettebad nunmehr im 14. Betriebsjahr befinde. "Dass die Wartungskosten mehr werden, liegt in der Natur der Sache", so der Bäderchef. Einen Sanierungsstau gebe es allerdings nicht.

Bäderbetrieb arbeitet defizitär

Die Anhebung sei auch vor dem Hintergrund des defizitär arbeitenden Bäderbetriebs zu sehen, sagte Hermle. Rund vier Millionen Euro betrage das negative Betriebsergebnis. Fast 75 Prozent davon entfallen auf die Angebote der sogenannten Daseinsvorsorge. Darunter versteht Hermle das Angebot für Sport- und Fitnessschwimmer, die regelmäßig ein paar Bahnen ziehen wollen – und nicht die bunten Freizeitangebote wie Rutschen nutzen. "Hier sind wir mittlerweile gezwungen, an der Preisschraube zu drehen, um insbesondere den Schul- und auch den Vereinsschwimmsport langfristig sichern zu können", sagte Hermle. Nicht zuletzt spiele auch die Erwartungshaltung des Stadtkämmerers hinsichtlich der Stadtwerke-Gewinnausschüttung eine Rolle. „Hier haben auch wir Bäder insofern unseren Beitrag zu leisten, dass wir unser Defizit zumindest konstant halten", so Hermle.

Schwimmer müssen in Osnabrück die Badekappe "enger schnallen". Foto: Michael Gründel

Die Preiserhöhung sieht Hermle übrigens nicht im Widerspruch zur rekordverdächtigen Freibadsaison. „Obwohl wir tolle Besucherzahlen im Moskaubad hatten, ist dies nicht gleichbedeutend mit ‚klingenden Kassen‘“, betonte Hermle. Mehr Besucher seien vielmehr gleichbedeutend mit gestiegenen Personal- und Energiekosten. Die positiven Zahlen würden dazu beitragen, das Betriebsergebnis konstant zu halten. „Der städtische Zuschuss pro Besucher liegt bei uns in Osnabrück weiterhin weit unter dem Bundesdurchschnitt – und das soll auch so bleiben.“ 

Auch den oft geäußerten Vorwurf, die Investition in neue Rutschen habe zu den Preiserhöhungen geführt, will Hermle nicht gelten lassen. "Durch die Attraktivierung des Nettebads haben wir das Einzugsgebiet gravierend ausgedehnt. Unsere Untersuchungen zeigen, dass es gerade die Besucher von weiter entfernt sind, die Umsatz im Nettebad generieren. Diese werden künftig auch eher belastet, als die Osnabrücker, die in der Regel kürzer in den Bädern sind."


Vergleich mit anderen Bädern und Tarifrechner

Tageskarten für Erwachsene in vergleichbaren Erlebnisbädern:

  • Nettebad: 14,30 Euro
  • Fildorado: 15,50 Euro
  • Holsten Therme: 15 Euro
  • AquaMagis Plettenberg: 17 Euro

Basistarife in Sport- und Freizeitbädern:

  • Nettebad: 6,20 Euro (90 Minuten)
  • H2O Herford: 6,70 Euro (90 Minuten)
  • Ishara Bielefeld: 4,80 Euro (120 Minuten)
  • OLantis Oldenburg: 4 Euro (90 Minuten)

Quelle: Stadtwerke Osnabrück

Parallel zur Preisanpassung geben die Stadtwerke ihren Badegästen zudem ein neues Online-Tool zur Preisberechnung an die Hand. Ab dem 1. Oktober gibt es auf www.nettebad.de und www.schinkelbad.de einen Tarifrechner: Jeder Badegast kann sich hierüber schnell und unkompliziert den für ihn maßgeschneiderten Tarif errechnen lassen.

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