Religionen für Naturschutz Was Glaube und Engagement für Naturschutz verbindet

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Projektwoche "Naturschutz und Religionen" im Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses vom 02.09.2018. Foto: Hans-Hermann TiemannProjektwoche "Naturschutz und Religionen" im Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses vom 02.09.2018. Foto: Hans-Hermann Tiemann

Osnabrück. Im Projekt "Naturschutz und Religionen" in Osnabrück wollen Angehörige der Religionen Christentum und Islam, Juden und Buddhisten gemeinsam dafür arbeiten: Engagement für Artenvielfalt und Naturschutz, Religion und Glaube verbinden. Dieses Engagement soll der Umwelt, dem Frieden und der Toleranz dienen.

Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert eröffnete die Projektwoche im Friedenssaal des Rathauses im Beisein von Vertretern von Umweltorganisationen und von christlichen, muslimischen, jüdischen und buddhistischen Religionen. Nicht nur die Umwelt, sondern auch der Friede sei in Gefahr, so Griesert. Viele Menschen könnten nicht mehr in Frieden leben, weil es in zahlreichen Ländern aufgrund von Klimaveränderungen „Kampf und Kriege gibt um fruchtbaren Boden, um Wasser und weitere lebenswichtige Ressourcen.“

Die Initiative für die Projektwoche geht aus von den Organisationen „Religions for Peace“, „Runder Tisch der Religionen Osnabrück“ und ihrem Sprecher Reinhold Mokrosch. „Global denken, lokal handeln“ sei das Motto der Gruppen und Menschen, die hier zusammen kämen, so Mokrosch. Er verwies auf Beispiele in anderen Bundesländern, wo muslimische und christliche Gemeinden auf ihrem Gelände vielfältige Biotope angelegt hätten. „Wir hoffen, die 23 Religionsgemeinschaften in Osnabrück werden auch aktiv“, zeigte sich der Initiator optimistisch.

Herausforderung für Religionen

„Die großen Probleme in unserer Umwelt können wir nur gemeinsam lösen“ appellierte Alexander Bonde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Anschließend trug sich Bonde, seit Februar Generalsekretär der Stiftung mit Sitz in Osnabrück, ins Goldene Buch der Stadt ein.

„Für alle Religionen gehört die Erhaltung der Natur zu den großen Aufgaben. Aber das ist vielfach vergessen worden“ merkte Jürgen Miksch, Geschäftsführer des Abrahamischen Forums, an. Das Abrahamische Forum ist bundesweit die Organisation, die solche Projektwochen anregt und unterstützt. Seit mehr als 15 Jahren treffen sich im Abrahamischen Forum Vertreter von jüdischen, christlichen und muslimischen Organisationen aus ganz Deutschland. Ziel ist, das Miteinander der verschiedenen Religionen zu fördern. „Das Engagement für die biologische Vielfalt gehört zu unseren großen Herausforderungen“, betonte Alexander Miksch.

Jugendliche kommen zu Wort

„Dieser Sommer, diese Hitze, viele Bäume sind jetzt schon so wie sonst erst im Herbst. Stellen Sie sich vor, solche Hitzen kommen ein paar Jahre hintereinander, dann sind diese Bäume in Ihrer Stadt kaputt.“ So machte Andreas Mues vom Bundesamt für Naturschutz in seiner Ansprache deutlich, wie dringlich Engagement für Naturschutz ist. Allen Religionen gemeinsam sei die Anschauung, so Mues, dass die Welt als Schöpfung ein Geschenk sei. Daraus entstehe aber auch eine Verpflichtung. „Glauben zeigt sich durch Handeln“, hob Mues hervor.

Die Kinder und Jugendlichen von heute seien es vor allem, die die Folgen der Klimaveränderung und des Artensterbens zu tragen hätten. Darauf wies Reinhold Mokrosch als Verantwortlicher der Projektwoche „Naturschutz und Religionen“ deutlich hin. So kamen bei der Eröffnung der Projektwoche „Naturschutz und Religionen“ auch neun Jugendliche zu Wort. Sie sprachen über ihren Glauben als Christen, Muslime, Juden oder Bahai und wie dieser sich verbinden könne mit Engagement. Von Reinhold Mokrosch gefragt, was sie tun würden, wenn sie an ihrer Schule jetzt zu entscheiden hätten, antwortete ein Schüler der Angelaschule dann  prompt: „Neue Fahrradständer aufstellen. Das wäre immerhin ein Anfang.“



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