Komponistentandem aus Amerika Werke von Aaron Copland und Leonhard Bernstein

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Leonhard Bernsteins Kompositionen spielte die Bläserphilharmonie.Leonhard Bernsteins Kompositionen spielte die Bläserphilharmonie.

Osnabrück. Repräsentativ und vital gestaltet die Osnabrücker Bläserphilharmonie ein rein amerikanisches Programm im Theater.

Natürlich ist Leonhard Bernsteins 100. Geburtstag der Auslöser für das Konzert. Dennoch zeigt die Bläserphilharmonie den Komponisten Bernstein nicht als Einzelphänomen, sondern eingebettet in das amerikanische Musikleben des 20. Jahrhunderts. Ein fruchtbarer Aspekt daraus war die inspirierende Freundschaft zwischen dem jüngeren Bernstein und dem älteren Copland. Das Ergebnis in Osnabrück: Ein ausgewogenes Programm mit Werken des jungen Aufsteigers und Stücken seiner musikalischen Vaterfigur. 


Coplands Old American Songs für Sopran und Orchester zeigen zunächst eine nationale Facette. Mit kräftiger Sopranstimme trägt Gabriella Guilfolil sechs Lieder aus dieser Sammlung vor. Deutlich hört man dabei Anklänge an die Musik europäischer Einwanderer. "I Bought Me A Cat" ist ein typisch englisches Scherzlied mit verketteten Strophen. Das zarte "Long, Long Ago" lässt an schottische Balladen denken. Oboen und Flöten greifen die Melodie einfühlsam auf. Coplands "Fanfare For The Common Man" bemüht sich im reinen Blech-bläsersatz um klare Konturen ohne den Tonfall einer nationalen Hymne zu treffen.


Bernsteins Kompositionen erklingen in sehr guten Blasorchester Arrangements. Bei fünf Sätzen aus seiner Candide Suite finden die Philharmoniker zu klanglicher Rundung. Bernsteins Stücke, so vielseitig sie auch sind, zeigen doch starken inneren Zusammenhalt. Lebendige Themen werden abschnittweise variiert oder im Ausdruck vertieft. Bei "Glitter And Be Gay" reiht sich varietéartig eine Melodie an die andere, wobei eine kontinuierliche Steigerung gelingt. 


Die Symphonic Dances aus "West Side Story", der Höhepunkt des Abends, schillern in schier unerschöpflichen Klangfarben. Sie verlangen den Ausführenden ein Maximum an rhythmischer Wachsamkeit ab. Mit Fingerspitzengefühl und festem Griff zugleich, steuert Dirigent Jens Schröer sein Orchester sicher durch die Klippen dieses anspruchsvollen Werkes. 


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