Jedes Kind braucht einen Engel Die Engel der Petrusgemeinde werden zehn

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Nach dem Gottesdienst gab es jede Menge Aktionen für die Kinder. Hier mit malen und Bilderbuchkino. Foto: Swaantje HehmannNach dem Gottesdienst gab es jede Menge Aktionen für die Kinder. Hier mit malen und Bilderbuchkino. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Das Projekt der evangelisch-lutherische Petrusgemeinde Gretesch-Lüstringen-Darum "Jedes Kind braucht einen Engel" wird zehn.

Die evangelisch-lutherische Petrusgemeinde Lüstringen-Darum feierte am Sonntag, 2. September, das zehnjährige Bestehen ihres „Jedes Kind braucht einen Engel“ - Projektes. Diakon Jörg Christian Lindemann erzählte: „ Wir wollten uns mit der Aussage - Wer arm ist, bleibt dumm - einfach nicht zufriedengeben. Deshalb haben wir 2008 mit der Hausaufgabenbetreuung begonnen.“

Bis zu 20 Kinder kommen täglich nach der Schule zu der Hausaufgabenbetreuung, nach dem Mittagessen haben die Kinder bis 14.30 Uhr Zeit ihre Hausaufgaben zu erledigen. „Dass unsere Kinder direkt nach der Schule beaufsichtigt werden und sogar zusätzlich Mittagessen bekommen, ist einfach ganz klasse “, sagte Mike Meißner, dessen Kinder die Betreuung in Anspruch nehmen. Dadurch, dass seine Frau und er selbst lange arbeiten müssen, sei das Projekt „Jedes Kind braucht einen Engel“ die ideale Lösung. „Wir haben auch viele Alleinerziehende oder auch Kinder, bei denen die Eltern nicht besonders gut deutsch sprechen können“, sagte Lindemann. Er denke gerne an eines der ersten Kinder zurück, die die Hausaufgabenbetreuung nutzten. „Das war ein Flüchtlingsjunge, der kaum Deutsch konnte und heute das Gymnasium besucht.“

Vorzeigeprojekt der diakonischen Arbeit

Marion Meltebrink ist eine der vielen ehrenamtlichen Engel, die schon seit Beginn des Projektes mitarbeitet. „Ich konnte meine Kinder damals immer selber betreuen, weil ich nicht darauf angewiesen war, arbeiten gehen zu müssen. Jetzt möchte ich die Familien unterstützen, bei denen genau diese Nachmittagsbetreuung fehlt“, erklärte Meltebrink. Das tägliche Mittagessen werde jeden Tag frisch gekocht. Die Kosten dafür übernehmen in der Regel die Eltern selbst, wobei der Beitrag individuell angepasst werden könne. Jeder zahlt so viel, wie er es sich leisten könne. Viele der Ehrenamtlichen seien selber Großeltern, bei denen die eigenen Enkelkinder jedoch weiter entfernt wohnen. Durch das Projekt können sie sich wie Großeltern um die Kinder vor Ort kümmern, so Meltebrink.

„Jedes Kind braucht einen Engel“ sei das Vorzeigeprojekt der diakonischen Arbeit, erklärte Heike Krause von der Diakonie in Niedersachsen. „Hier wird nicht weggeschaut, sondern geholfen und angepackt. Diese helfende Tat ist eine ganz bewusste Entscheidung.“

Mit der Hausaufgabenbetreuung begann das Projekt, später kam der gemeinnützige Second-Hand-Laden und die Hilfe im Alter hinzu. „Wir schauen, was aktuell in der Gesellschaft passiert. Irgendwann sprachen uns ältere Menschen an, dass auch sie Hilfebedarf haben. Jetzt helfen wir unter anderem bei Behördengängen und dem täglichen Einkauf im Supermarkt“, sagte Lindemann. „Der Second-Hand-Laden ist entstanden, weil uns aufgefallen ist, dass viele Kinder nicht den Jahreszeiten entsprechende Kleidung haben.“

Nach dem Gottesdienst am Morgen gab es einen Sektempfang, später wurde noch gegrillt und zusammen gesessen.


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