Schrauben und Software entwickeln Lehrer sehen hinter die Kulissen der Amazonen-Werke

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Die Lehrergruppe des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft Osnabrück im Amazonen-Werk, geführt von Amazone-Mitarbeiter Matthias Beuke (ganz rechts). Foto: Anke Herbers-GehrsDie Lehrergruppe des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft Osnabrück im Amazonen-Werk, geführt von Amazone-Mitarbeiter Matthias Beuke (ganz rechts). Foto: Anke Herbers-Gehrs

Osnabrück/Hasbergen. Der Arbeitskreis Schule-Wirtschaft Osnabrück hat in seiner ersten Veranstaltung in diesem Schuljahr in die Amazonen-Werke in Hasbergen eingeladen. Lehrer aus allen Schulformen konnten dem geschäftsführenden Gesellschafter des Landmaschinenherstellers, Christian Dreyer, ihre Fragen stellen und sich bei einer Werksführung einen Eindruck von den Arbeitsbedingungen verschaffen.

Der Arbeitskreis unter Leitung von Sigrid Kippelt vom Studienseminar Osnabrück gibt Lehrkräften die Gelegenheit, hinter die Kulissen regionaler Unternehmen zu blicken. Dadurch könnten sie die Schüler in Fragen der Berufs- oder Studienwahl besser beraten. In diesem Schuljahr wurde das Motto gewählt: „Accelerator & Co. – mit Innovationen in die Zukunft“. Passend dazu stellte Christian Dreyer klar, dass das Unternehmen Amazone nur durch ständige Weiterentwicklung am Markt bestehen kann. „Deutschland ist Industrieland und arm an Rohstoffen; wir müssen gute Ideen haben und sie produzieren, das sollte auch den Schülern klar sein. Innovation ist der Schmierstoff für unser Geschäft.“

Familienunternehmen in vierter Generation

Dreyers Urgroßvater Heinrich hat die Firma vor 135 Jahren gegründet, sie ist in vierter Generation von der Familie geführt. Inzwischen hat die Firma fast 2000 Mitarbeiter und acht Produktionsstandorte im In- und Ausland. Amazone-Geräte werden weltweit eingesetzt, auch in Australien oder Südamerika. „Wir haben alleine 120 Mitarbeiter in der Forschung und Entwicklung, Ingenieure, Techniker, IT-Spezialisten, technische Zeichner. 30 bis 35 Millionen Euro fließen in die Forschung und Entwicklung.“ Bis zu 70 Patente melde das Unternehmen jedes Jahr an. Landwirtschaft 4.0, die Digitalisierung der Landwirtschaft, sei dabei ein wichtiges Thema. Den Mineraldüngerstreuer, das erste Produkt, das Amazone entwickelt hat, gibt es inzwischen computerbetrieben und GPS-optimiert.

Kombination von Theorie und Praxis

„Wir brauchen Leute, die auch mal einen Schraubenzieher in die Hand nehmen oder eine Platine wechseln können. Auf die Kombination von Theorie und Praxis kommt es an“, betonte Dreyer. Er beobachtet einen stärkeren Frauenanteil in den technischen Berufen und wirbt dafür, die Technik für die Jugend attraktiver zu machen: „Muskelkraft spielt auch in der Montage keine Rolle mehr.“

Führung durch die Produktion

Bei der anschließenden Führung durch das Unternehmen begleitete Matthias Beuke vom Visitor Service die Gruppe kompetent per Audio-Guide auf dem vorgegebenen Rundweg durch die Stationen der Produktion. Beeindruckend war unter anderem die Lackier-Anlage. Damit keine Mitarbeiter durch Dämpfe gefährdet sind, ist sie vollautomatisiert. Kräne heben die neuen Geräte in die Farbbecken hinein, wie in das für Amazone typische Grün, aber auch in ein Bad von 30000 Litern 15-prozentiger und 65 Grad heißer Schwefelsäure zur Vorbereitung der Lackierung.

Duales Studium möglich

Amazone bietet auch Führungen für Schülergruppen an und beteiligt sich an diversen Projekten der Kooperation von Schule und Wirtschaft. 45 Auszubildende hat das Unternehmen, außerdem ist duales Studium möglich und eine Zusammenarbeit bei Bachelor- und Masterarbeiten.

Zum Schluss der Veranstaltung lud Bernadette Grabowski vom Industriellen Arbeitgeberverband Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim, dem Träger des Arbeitskreises, zur nächsten Veranstaltung am 27.9. ein: Nach dem Traditionsunternehmen Amazone steht dann im Kontrast dazu ein ganz neues Start-up auf dem Programm: Tronos, ein mobiler Stromversorger. 


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