Puppen zum Schnatgang gebastelt Nachwuchsfeuerwehr hilft Heger Laischaft

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Kreativ sind sie, die Mitglieder der Kinder- und Jugendfeierwehren in Osnabrück, die sich an einem Wettbewerb zur Ausschmückung der Altstadt zum Schnatgang der Heger Laischaft beteiligt haben. Belohnt wurden alle fünf Teilnehmermannschaften.

Osnabrück. Alle sieben Jahre feiert die Heger Laischaft ihr großes Fest. Traditionell wird dazu die Altstadt mit „putzigen Kiärls un lustigen Sprüeken“ geschmückt. Allerdings mangele es an jungen Leuten, die mitmachen können, bedauert Interessent (Grundstückbesitzer) Karl-August Vieth. Die Heger Laischaft wandte sich deshalb an die Kinder- und Jugendfeuerwehren in Osnabrück mit der Bitte, putzige Figuren herzustellen und lustige plattdeutsche Sprüche auszudenken.

Salomonisches Urteil

Die Aktion wurde unterstützt von der zweiten noch aktiven Laischaft, der Herrenteichslaischaft, die sich der Kunst- und Kulturförderung verschrieben hat, wie Laischaftsvorsteher Christian Mohrbutter sagte. 1500 Euro waren ausgelobt, die Mohrbutter mit Gerhard Gust, Wort- und Buchhalter der Heger Laischaft, in der Jury vergeben mussten.

Sie trafen ein salomonisches Urteil mit drei 1. Preisen von je 350 Euro für die Jugendfeuerwehr Stadtmitte, die Kinderfeuerwehr Neustadt und die Kinderfeuerwehr Stadtmitte. Den 2. Preis und 250 Euro errangen die Kinderfeuerwehr Sutthausen. Der 3. Platz mit 200 Euro ging an die Kinderfeuerwehr Voxtrup.

1722 Lederbalgspritze gekauft

Laischaft und Feuerwehr, das war schon im 18. Jahrhundert eine Einheit. Als 1721 der Stadtrat alle damals sechs Laischaften Osnabrücks bat, Feuerspritzen anzuschaffen, war die Heger Laischaft schnell dabei. Schon 1694 hatte sie eine Schlangenspritze angeschafft und ein Jahr später dem Rat 50 Taler zum Kauf einer Handdruckspritze geschenkt.

1722 erwarb die Laischaft für 160 Taler eine moderne vierrädrige Lederbalgspritze. Vier Mann konnten bei einem Brand etwa zehn Minuten damit arbeiten, dann mussten sie abgelöst werden, erzählte Gust. Die Laischaft stellte das Sprizenkorps mit einem Spritzenmeister, zwei Rohrführern, zwei Schlauchführern, zwei Schlauchaufsehern und zwanzig Pumpern. Sie bekamen Dienstkleidung und Lederhelme.

Gestohlen und verschwunden

Fast 200 Jahre lang bis zum Ersten Weltkrieg genügte die Spritze den Ansprüchen. 1920 schließlich sollte die alte Spritze an das Feuerwehrmuseum Lüneburg abgegeben werden. Doch kurz vorher wurde sie aus dem Spritzenhaus gestohlen und ist seither verschwunden.

Der Schnatgang beginnt am heutigen Montag mit dem Schmücken der Altstadt. Material für den Häuser- und Straßenschmuck wird ab 9.30 Uhr vom Marktplatz aus auf das Laischaftsgebiet verteilt.

Dienstag geht das Schmücken weiter. Ab 15 Uhr werden Girlanden für die Rathaustreppe gebunden, ehe um 17 Uhr der Schnatgang offiziell ausgerufen wird durch den Vorstand mit Trommeln, Horn und Hornbläserbegleitung.

Fackelzug am Donnerstag

Wort- und Buchhalter Gust lud den Feuerwehrnachwuchs dazu ein und zu dem Fackelzug am Donnerstag ab Rathaus durch das Laischaftsgebiet.

Der eigentliche Schnatgang, das Abgehen des Besitzes, findet am Freitag ab 14.30 Uhr statt. Traditionell wird es für einen Knaben schmerzhaft: Eine Ohrfeige soll dabei helfen, sich die Grenzen der Laischaft auf ewig einzuprägen.


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