Kulturbepflanzung zwischen Kleingärten Uhu-Club-Sommerfest sorgt für volle Scholle in Osnabrück

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Sondersitzung im Grünen: Der Uhu-Club tagte im Biergarten der Scholle im Freien. Foto: David EbenerSondersitzung im Grünen: Der Uhu-Club tagte im Biergarten der Scholle im Freien. Foto: David Ebener

Osnabrück. Für eine volle Scholle sorgte der Uhu-Club mit einem vergnüglich chaotischen Sommerfest im Herzen der Kleingartensiedlung in der Wüste. So bunt gemischt wie das Publikum war auch das Programm.

Für eine volle Scholle sorgte der Uhu-Club mit einem vergnüglich chaotischen Sommerfest im Herzen der Kleingartensiedlung in der Wüste. So bunt gemischt wie das Publikum war auch das Programm. Das wurde mit jeweils einem Gongschlag eröffnet und beendet – ganz so, wie bei den monatlichen Heimspielen auf dem Mutterschiff Grand Hotel. Für die dortigen, stets spannenden Talkrunden war bei der Open-Air-Sondersitzung an Deck der Scholle kein Platz. Dafür gab es umso mehr Musik. Die kam zwar auch vom vierköpfigen Vorstand persönlich, der etwa das Publikum für eine kakofonische Aufführung der Overtuere aus Carl Orrfs Carmina Burana unter der Leitung von Uhu-Präsident Heaven mit Stöckchen und Pömpel in ein erstaunlich diszipliniertes Dilettanten-Orchester verwandelte. 

Die Bühne im Biergarten sollte an diesem bunten Abend aber vor allem den Gästen gehören, die mitunter von Doktor Ignaz und Jo Granada musikalisch unterstützt wurden. Das galt für Viviane Kudos bezaubernden Gesang, der passend zur einsetzenden Dämmerung dem Abend auch eine ganz andere, melancholisch-nachdenkliche Note verlieh, ebenso wie für den Auftritt der „Romane“, die der simplen Struktur von Ramones-Songs auf einfachen Anfängerkeyboards huldigten.  

Win-Win-Situation

Da war es schon längst stockdunkel und zur Überraschung der Veranstalter waren auch all diejenigen geblieben, die ansonsten wohl eher das Vereinslokal des Kleingartenvereins aufsuchen als den Uhu-Club. Darin bestand dann auch der besondere Reiz dieses von Zeremonienmeisterin Tine Schoch moderierten Festes: Zum einen lernten die notorischen Uhu-Club-Gänger eine neue Location kennen und zum anderen die Kleingärtner ein für sie neues Unterhaltungsformat, wobei sie den irrlichternden, unterleibsorientierten Humor der Uhus offenkundig ebenso zu schätzen lernten wie die musikalische Wundertüte, die da zwischen ihre Parzellen gepflanzt wurde. 

Der entsprangen als „echte“ Bands auch Don Kurdelius, der mit seinem Mindless Orchestra coole Grooves servierte, sowie Safkan, dessen Band ihren türkischen Hardrock gemäßigter sprießen ließ als üblich. So passte doch vieles zusammen an diesem denkwürdigen, nicht nur mit „Haseglück“ weithin improvisierten Abend, an dessen Ende sich das Publikum sogar zur Nachahmung von fortpflanzungsverhinderungsbedingten Matratzengeräuschen hinreißen ließ. Als zum Finale alle Gäste gemeinsam mit dem Publikum nach der obligatorischen Vereinshymne ein ihr verdächtig ähnlich klingendes „Let It Be“ skandierten, schienen die Unter-Hundertjährigen nicht wenige neue Club-Mitglieder gewonnen zu haben. Die Saat war aufgegangen - auf wundersame, wunderbare Weise.  


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