Neue "Kontaktstelle Wohnraum" Stadt Osnabrück will Baulücken-Besitzer zum Bauen bringen

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Sie wollen an die 1500 potenziellen Bauflächen ran (von links): OB Wolfgang Griesert, die beiden neuen Kontaktstellenmitarbeiter Marvin Schäfer und Sabine Steinkamp sowie Stadtbaurat Frank Otte. Foto: Thomas OsterfeldSie wollen an die 1500 potenziellen Bauflächen ran (von links): OB Wolfgang Griesert, die beiden neuen Kontaktstellenmitarbeiter Marvin Schäfer und Sabine Steinkamp sowie Stadtbaurat Frank Otte. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. 1500 kleine Flächen gibt es im Stadtgebiet, auf denen Wohnungen entstehen könnten – theoretisch. Denn diese Flächen befinden sich in Privatbesitz. Eigentümer zu motivieren, im riesigen Garten womöglich noch ein Haus zu bauen: Das ist die Aufgabe der neuen „Kontaktstelle Wohnraum“.

Das Potenzial ist riesig, Stadtbaurat Frank Otte spricht von 3000 bis 3500 möglichen neuen Wohneinheiten. Im online abrufbaren Baulandkataster sind die Flächen blau gekennzeichnet. Doch die Stadt kann zurzeit nichts machen, sie kommt nicht an die Grundstücke ran. „Es hilft uns nicht, wenn nur auf dem Papier gebaut werden kann“, sagt Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU).

Schon vor Jahren, als Griesert selbst noch Stadtbaurat war, hat die Stadt Baurecht zur Nachverdichtung in ganzen Vierteln geschaffen, wann immer sich die Gelegenheit bot – etwa wenn eine Familie tatsächlich im eigenen Garten noch ein zweites Haus bauen wollte. Doch das kommt selten vor. Die Stadt setzt daher vor allem auf die Schaffung neuer Baugebiete wie im Landwehrviertel. Schließlich hat der Rat die Zielvorgabe gesetzt, dass bis 2020 Planungsrecht für 3000 neue Wohnungen geschaffen werden soll. 

Vor zwei Jahren beschlossen

Die Fokussierung auf die großen Projekte sind auch der Grund dafür, warum die „Kontaktstelle Wohnraum“ für die kleinen Projekte erst jetzt eingerichtet wurde, lassen die Verantwortlichen im Rathaus beim Pressegespräch durchklingen. Dass eine Anlaufstelle für Eigentümer geschaffen werden soll, hatte der Rat nämlich schon vor mehr als zwei Jahren beschlossen. Im Juni 2016 verabschiedeten die Kommunalpolitiker ein Zehn-Punkte-Handlungsprogramm „Bezahlbarer Wohnraum“; darin ist diese Stelle mit zwei Mitarbeitern Punkt Nummer neun. Und bereits ein Jahr zuvor, als die Stadt unter teilweiser Beteiligung der Bürger ihr Wohnraumversorgungskonzept erarbeitete, sei häufig der Wunsch nach Beratung geäußert worden, berichtet Andrea Volk, Leiterin des Fachdienstes „Zentrale Aufgaben“ im Fachbereich Städtebau. Für die Prüfung der Einrichtung der Kontaktstelle hätten sie „relativ wenige Ressourcen zur Verfügung gehabt“, sagt Volk.

Kontaktstelle vermittelt keinen Wohnraum

In der „Kontaktstelle Wohnraum“ in der Bierstraße 17/18 stehen mit Sabine Steinkamp und Marvin Schäfer jetzt zwei Mitarbeiter als Ansprechpartner zur Verfügung, wenn Eigentümer mit dem Gedanken spielen, sich in ihren eigenen vier Wänden zu verkleinern oder in zweiter Reihe zu bauen. „Es geht nicht darum, Wohnraum zu vermitteln“, betont Griesert. Wer auf der Suche ist, für den sei die Kontaktstelle also nicht der richtige Ort.

Sabine Steinkamp war in der Stadtverwaltung zuletzt im Seniorenbüro der Stadt tätig, sie kennt also die Sorgen Älterer, wie sie alleine ein leer gewordenes Familienhaus noch instandhalten sollen. Erreichen will die Stadt diese und sonstige Eigentümer durch direkte Ansprache und durch das Aufzeigen von Möglichkeiten, wie sich eine zu groß gewordene Wohnung etwa verkleinern lassen könnte, sagt Otte. Steinkamp und ihr Kollege Schäfer wollen sich in den Bürgerforen und den diversen Nachbarschaftsinitiativen nun erst einmal vorstellen. Überrumpeln wollten sie niemanden, so Steinkamp. „Es ist wichtig, dass eine gewisse Veränderungsbereitschaft besteht.“ Ihr Wunsch ist außerdem, ein Projekt generationenübergreifenden Wohnens auf den Weg zu bringen.


Wenn wir im Jahr nur 20 neue Wohnungen hätten, wäre ich schon froh.Wolfgang Griesert (CDU), Oberbürgermeister


Sonderlich hoch sind die Erwartungen der Verwaltungsspitze allerdings nicht: „Wenn wir im Jahr nur 20 neue Wohnungen hätten, wäre ich schon froh“, sagt Griesert.


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