Pyer Römerbrücke bleibt Nadelöhr Politischer Abend in Pye - Stadtverwaltung verweigerte Teilnahme

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Ganz schön eng: Auf der Römerbrücke kommt es oft zu kniffligen Situationen. Foto: Jörn MartensGanz schön eng: Auf der Römerbrücke kommt es oft zu kniffligen Situationen. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Unmut herrschte jetzt am politischen Abend in Pye, da die Stadtverwaltung zur Verbesserung der Verkehrssituation an der Römerbrücke in Eversburg noch keinen Vorschlag vorgelegt hat und zudem der Veranstaltung fernblieb.

Sie ist 300 Jahre alt und erfreut sich großer Beliebtheit. Und das nicht nur bei Menschen, die sich für die Geschichte des Stadtteils Eversburg und des gleichnamigen Wasserschlosses interessieren, das am Osnabrücker Stadtrand vor über 700 Jahren als Wehranlage entstand und später den Osnabrücker Dompröpsten als Sommerresidenz diente. Die Rede ist von der historischen "Römerbrücke", über die die Straße "Die Eversburg", eine der wenigen Verkehrsverbindungen zwischen den Stadtteilen Eversburg und Pye, führt. Die zunehmende Verkehrsmenge und die zahlreichen Konflikte zwischen Verkehrsteilnehmern auf der einspurigen nur zwei Meter breiten Fahrbahn, waren jetzt erneut Gegenstand der politischen Diskussion am überparteilichen politischen Abend, der zum vierten Mal für alle Pyer Bürger im Piesberger Gesellschaftshaus vom CDU-Ortsverband Pye organisiert wurde.

Heinrich Halbrügge vom Vorstand des CDU-Ortsverbandes ließ für die 15 Gäste des Abends die Entwicklungen rund um die "Römerbrücke" der letzten zehn Jahre noch einmal Revue passieren. Nach jahrelangem Stillstand sei im vergangenen Jahr endlich Bewegung in die Sache gekommen. Drei Mal wurde das Thema seit dem in den Sitzungen des Bürgerforums Pye behandelt. 

Deutlicher Handlungsbedarf

Zwischenzeitlich würden verschiedene Alternativen von einer weiteren Brücke für Kraftfahrzeuge, eine Holzbrücke für Fußgänger und/oder Fahrradfahrer oder einem "angeflanschten" Gehweg wie er zum Beispiel an der Hasebrücke zur Hasestraße gebaut wurde, diskutiert. Die Auswertung der Videoaufzeichnungen von der Verkehrssituation an der Römerbrücke vom Juni 2017, die im Bürgerforum im September 2017 vorgestellt wurden, hätten den unzweifelhaften Handlungsbedarf noch einmal deutlich gemacht. Seinerzeit sei in sechs Stunden die Brücke von 1002 Radfahrern und 1182 Autos überquert worden, bei elf Begegnungen sei es zu Vorfahrtsmissachtungen gekommen, so Halbrügge. Daraufhin habe Oberbürgermeister Wolfgang Griesert von "erheblichen Zahlen" gesprochen und darauf hingewiesen, dass die Stadtplaner bereits den Bau einer zusätzlichen Brücke in Erwägung gezogen und die Kosten für eine 25 Meter lange neue Brücke auf 300.000 Euro geschätzt hätten. Im Jahr 2018 seien dann Planungskosten in Höhe von 80.000 Euro bereitgestellt worden. Danach habe es weitere Gespräche gegeben, es seien mehrere Zusagen erfolgt, aber nicht eingehalten worden, sich seitens der Verwaltung bei den Pyer Ansprechpartnern zurückzumelden. Konkrete Ergebnisse gebe es aber bis heute nicht, so Heinrich Halbrügge. 

Referent sagt ab

Besonder ärgerlich sei es, dass ein eingeladener Referent der Stadtverwaltung kurzfristig seine Teilnahme an dem politischen Abend abgesagt habe, berichtete Heinrich Halbrügge. "Nach Rücksprache mit unserem Baudezernenten, Herrn Otte, muss ich Ihnen leider mitteilen, dass an Ihrer Veranstaltung kein Vertreter der Stadt Osnabrück teilnehmen wird. Das Thema soll zunächst in den politischen Gremien der Stadt behandelt werden, so dass frühestens eine Aussage zum Brückenbau im Bürgerforum am 13.09.2018 erfolgen kann" zitierte er aus einer Mail, die ihn vom Fachdienst Verkehrsanlagen der Stadtverwaltung erreicht habe. 

Daraufhin habe er sich noch einmal an das Büro des Oberbürgermeisters gewandt, aber keine Rückmeldung erhalten. Dem Fachdienst Verkehrsanlagen habe er zurückgemeldet, dass, wenn kein Vertreter der Stadtverwaltung der Einladung der politischen Vertreter in Pye folge, dieses bei den Bürgern nur zur weiteren Politikverdrossenheit führen könne und "die Verwaltung der Stadt Osnabrück als Inkompetent erscheinen lassen", so Heinrich Halbrügge. Auch darauf habe es bisher keine Reaktion gegeben.  

Zusammen mit der Osnabrücker CDU-Ratsfrau Rita Feldkamp und mehreren engagierten Pyer Bürgern wolle Heinrich Halbrügge das Thema nicht ruhen lassen, bis eine möglichst kurzfristige Lösung beschlossen werde, erklärte er. Die nächste Chance, einer Lösung einen Schritt näher zu kommen, dürfte sich wohl in der Sitzung des Bürgerforums in Pye bieten. Das Thema "Römerbrücke" steht dort erneut auf der Tagesordnung, berichtete Rita Feldkamp. Auf die Sitzung freuen sich die engagierten Pyer Bürger besonders, denn für den Abend wird die Stadtverwaltung ihre Teilnahme wohl kaum absagen oder absagen können, hieß es aus den Reihen der Zuhörer. 


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