Gehirnerschütterung und Knochenbruch Rehkitz überlebt Autounfall und wird nun in Osnabrück aufgepäppelt

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Verängstigt kauert sich dieses etwa vier Monate alte Rehkitz nach einem Unfall auf der Rheiner Landstraße in Osnabrück-Hellern am Straßenrand zusammen. Foto: Reinhold RethschulteVerängstigt kauert sich dieses etwa vier Monate alte Rehkitz nach einem Unfall auf der Rheiner Landstraße in Osnabrück-Hellern am Straßenrand zusammen. Foto: Reinhold Rethschulte

Osnabrück. Großes Glück hat ein etwa vier Monate altes Rehkitz am Mittwoch nach einem Autounfall auf der Rheiner Landstraße in Osnabrück-Hellern gehabt. Das Kleine überlebte trotz mehrerer teils schwerer Verletzungen einen Zusammenstoß mit einem Auto.

Gegen 22 Uhr wollte das Kleine laut Jagdaufseher Reinhold Rethschulte mit dem Muttertier die Rheiner Landstraße überqueren. Die Ricke habe es noch rechtzeitig vor einem heranrauschenden Auto über die Fahrbahn geschafft, das Kitz wurde aber angefahren und blieb verletzt auf der Straße liegen. 

Radfahrer rettet Kitz

Nur dem beherzten Eingreifen eines Fahrradfahrers sei es zu verdanken, dass das Tier noch lebe. Der Radler kümmerte sich sofort um das Kleine und trug es an den Straßenrand, bevor es von anderen Fahrzeugen überrollt werden konnte. "An der Rheiner Landstraße und an der Straße zum Flugplatz kommt es oft wegen nicht angepasster Geschwindigkeit zu Unfällen mit Rehwild und anderen Wildtieren", kritisiert der Jagdaufseher. 

Wehmütiger Blick

Während sich der zwischenzeitlich eingetroffene Jagdpächter um das verletzte Tier kümmerte, blieb das scheue Muttertier trotz der am Straßenrand stehenden Menschen wenige Meter entfernt am Waldrand für etliche Minuten stehen und äugte zu ihrem Kitz, schildert Rethschulte. 

Das Kitz blieb jedoch regungslos am Straßenrand liegen und konnte nicht aus eigener Kraft wieder aufstehen. Dies lasse laut Rethschulte die Diagnose zu, dass sich das Kitz bei dem Unfall eine schwere Gehirnerschütterung zugezogen hatte. Außerdem hatte sich das Jungtier diverse Platz- und Schürfwunden sowie einen Knochenbruch am Vorderlauf zugezogen. Diese seien jedoch alle zum Glück nicht lebensgefährlich gewesen. 

Nun soll das Rehkitz in der Artenschutz-Betreuungsstation Osnabrück-Hellern wieder aufgepäppelt werden. Dort werde das Tier gesund gepflegt und nach einer Erholungszeit im Auswilderungsgatter wieder in die Freiheit entlassen. Rethschulte ist guter Hoffnung, dass das Kitz bald wieder fit ist: "Der Bruch ist bereits geschient. Nun muss das Kitz in akribischer Arbeit gefüttert werden." Wann genau es wieder in die Freiheit entlassen wird, entscheide letztendlich die Tierärztin.

Wiedersehen mit der Mutter?

Ein Wiedersehen mit der Mutter wird es laut dem Jagdaufseher vermutlich nicht geben. "Zwar trennen sich Ricke und Kitz normaler Weise erst im Frühjahr aber ein Wiedersehen ist sehr unwahrscheinlich", erklärt der Experte. Das Kitz sei aber noch sehr klein, daher wolle er nicht ausschließen, dass die Ricke ihr Kitz bis Ende des Jahres noch mal bei sich aufnimmt, sofern sich die beiden wiederfinden.


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