„Zehn Dinge tun, bevor ich sterbe“ Neues Stück im Zimmertheater Osnabrück: Rasante letzte Minuten im Leben einer Frau

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Regisseur Volker Hunsche sowie Schauspieler Anette Wolff und Jörg Artmann zeigen im Zimmertheater Osnabrück „Zehn Dinge tun, bevor ich sterbe“. Foto: Thomas OsterfeldRegisseur Volker Hunsche sowie Schauspieler Anette Wolff und Jörg Artmann zeigen im Zimmertheater Osnabrück „Zehn Dinge tun, bevor ich sterbe“. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Was tut ein Mensch in seinen letzten 90 Minuten? Eine mögliche Antwort gibt das Stück „Zehn Dinge tun, bevor ich sterbe“, das ab Freitag im Ersten Unordentlichen Zimmertheater zu sehen ist. Die an einem Hirntumor erkrankte Anette ist darin dem Tode geweiht und will ihre letzten Wünsche verwirklichen.

Zehn Dinge will Anette noch in ihrem Leben tun. Sie will allen sagen, was sie über sie denkt. Sie will einmal in ihrem Leben koksen. Und sie will Ihrem Vater gestehen, dass sie ihn hasst. Viel Zeit hat sie nicht mehr. Denn Anette hat ein diffuses intrinsisches Hirnstamm-Gliom und wird sterben.

Das ist die Geschichte von „Zehn Dinge tun, bevor ich sterbe“ von Jörg Menke-Peitzmeyer. Das Stück ist ab Freitag im Ersten Unordentlichen Zimmertheater zu sehen . Der Stoff sei tragisch, die Inszenierung aber keineswegs nur traurig, sondern auch rasant und lustig. Das berichten Regisseur Volker Hunsche und die Schauspieler Anette Wolff und Jörg Artmann im Gespräch mit unserer Redaktion.

Menke-Peitzmeyer sieht in seiner Vorlage vor, dass die Schauspieler mit ihren Klarnamen auftreten. Anette Wolff hatte zunächst Bedenken, mit ihrem echten Namen auf der Bühne zu stehen. „Ich habe so etwas noch nie gemacht“, sagt sie. Doch es mache eben Sinn, sagt sie. Denn so ist in diesem Verwirrspiel nicht immer zu durchschauen, ob die Rolle oder der Spieler spricht.

Lieber keine leichten Stücke

Alle drei waren auch an der Zimmertheater-Produktion „Die Frau vom Meer“ von Susan Sontag beteiligt. Ein echter Erfolg für die kleine Bühne an der Lohstraße. Denn statt der geplanten zehn Vorstellungen lief das Stück 16 Mal, so gefragt war es. Auch die Geschichte um Ellida, die sich fremd in ihrem Leben mit ihrem Ehemann und dessen Töchtern aus erster Ehe fühlt, geht es tragisch zu. Einen gewissen Hang zu schweren Themen kann und will Regisseur Hunsche deshalb auch nicht abstreiten. „Es gibt schon genug lustige und leichte Stücke“, sagt er. Doch während „Die Frau vom Meer“ eine durchweg traurige Grundstimmung hatte, gibt es in der neuen Produktion viele lustige Momente.

Ein Jahr hat die Gruppe geprobt. Anders als im Profi-Theater, wo einige Wochen intensiv an einer Inszenierung gearbeitet wird, konnten Hunsche, Wolff und Artmann sich neben ihren Hauptberufen nur einmal in der Woche treffen. In den zwölf Monaten hat sich viel entwickelt. So kam Hunsche in einer schlaflosen Nacht auf die Idee, Anettes Wünsche auf T-Shirts drucken zu lassen und diese die Schauspieler an- und ausziehen zu lassen.

Erfolg beim Kurzstückfestival für „Armer Yorik“

Mit den echten Spielern haben Bühnen-Anette und -Jörg wenig zu tun. So ist die Anette im Stück sehr selbstbezogen. „Im wahren Leben wäre ich mit der nicht befreundet“, sagt Jörg Artmann.

Er und Volker Hunsche konnten vor Kurzem einen großen Erfolg feiern. Beim Kurzstückfestival des Amateurtheaterverbandes Niedersachsen auf der LaGa Bad Iburg gewannen sie mit „Armer Yorik“ den mit 1000 Euro dotierten Jurypreis. Das Stück erzählt vom letzten Menschen (Artmann), der in einem Raumschiff um die Erde kreist und nur noch eine halbe Stunde zu leben hat. Die Jury pries „eine starke schauspielerische Leistung in Verbindung mit höchstem körperlichem Einsatz“ und das „visuelle Erlebnis“.

Premiere ausverkauft; Karten gibt es noch für die Vorstellung am Samstag, 1. September, 20 Uhr. Kartentel.: 0541/3232202.


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