Nahner fordern Vorsorge Wohin mit dem Wasser vom Harderberg?

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Bei Starkregen fließt Wasser vom Harderberg durch Nahne – über den Siekweg und Zum Himmelreich.Foto: Jörn MartensBei Starkregen fließt Wasser vom Harderberg durch Nahne – über den Siekweg und Zum Himmelreich.Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Der Starkregen, die Turnhalle, der Strom und die Straße waren Themen im Bürgerforum Nahne.

Starkregen kommt nicht nur vom Himmel: Wer in Nahne zwischen der Autobahn und dem Franziskus-Hospital wohnt, sieht sich bei heftigen Güssen mit „Schlammfluten“ konfrontiert, die vom Harderberg entlang des Siekweges in die noch junge Siedlung „Auf dem Stadtfelde“ fließen. So beschrieb es der Anwohner Jürgen Goldberg. Er fragte: „Warum sind am Krankenhaus Erweiterungsbauten entstanden, ohne das Regenrückhaltebecken entwässerungstechnisch anzupassen?“ Eva Güse vom Osnabrücker Servicebetrieb (OSB) antwortete ihm, dass die Stadt im vergangenen Jahr Gespräche mit Akteuren des Franziskushospitals geführt hatte. Manche Vorhaben zum Schutz vor dem Wasser seien umgesetzt worden, manche stünden noch aus.

Senke am Siekweg vergrößert

Goldberg brachte ins Spiel, Ackerflächen in Wiesen umzuwandeln, Grabenführungen zu ändern, Abscheidesysteme einzurichten und Staumauern zu bauen. Wie Güse berichtete, beschäftigt sich auch die Stadt mit solchen Fragen. Unter anderem habe der OSB eine Senke am Siekweg vergrößert. Ein Anwohner fragte, ob auch Fördermittel vom Bund möglich wären, denn auch die Verbreiterung der Autobahn 30 habe Einfluss auf die Bodenversiegelung und das Abfließen des Wassers. Der Nahner CDU-Politiker Thomas Niemann sprach sich für ein „Gesamtpaket“, das „entwickelt werden muss“.

Aussicht auf eine neue Turnhalle

Wann fließt das Geld für eine neue Turnhalle für Nahne? Annegret Gutendorf vom Bürgerverein erinnerte an Mängeln wie Schimmelpilz und abplatzende Betonteile. Und: „Wir warten seit 20 Jahren.“ Nicht alleine die Kinder aus der Franz-Hecker-Schule leiden, auch die Sportler vom TuS Nahne. Dessen Vorsitzender Werner Tegeler wollte wissen, wie weit die Stadt ist. Stadtrat Wolfgang Beckermann sprach sich für einen Neubau statt für eine Sanierung aus. „Wir sind nah dran.“ Klar sei: „Der Rat beschließt Ende des Jahres.“ SPD-Politiker Frank Henning wunderte sich über die „Zurückhaltung“: Das Finanzproblem sei gelöst. Sportvereinsvorsitzender Tegeler pochte darauf, dass im kommenden Jahr geplant und 2020 gebaut wird.

Höchstspannung noch in diesem Jahr

Auch Strom mit hoher Spannung fließt durch Nahne. Annegret Gutendorf wollte wissen, ab wann der Strom mit Höchstspannung durch die Leitungen der Masten läuft. Das wusste der Fachbereich Städtebau: Derzeit laufe der Betrieb weiter mit 220 Kilovolt. Wie die Firma Amprion mitgeteilt habe, sei noch in diesem Jahr mit der Umstellung auf 380 Volt zu rechnen.

Autos auf dem Bürgersteig

Der Verkehr fließt nicht so durch Nahne, dass alle zufrieden wären. Annegret Gutendorf beobachtet Rad- und Autofahrer auf dem Bürgersteig am Wiesental. Die Stadt will die Verkehrssituation neu erheben, wenn die Straßenarbeiten in der gesamten Siedlung abgeschlossen sind. Das sei voraussichtlich im kommenden Jahr der Fall. Seit sieben Jahren werden die Straßen westlich der Iburger Straße n neu gebaut – unter anderem jetzt am Paradiesweg und am Sonnenwinkel. Auch im Osten stehen Bauarbeiten an: Möglicherweise noch in diesem Jahr beginnt der Kanalbau zwischen Klaus-Strick-Weg und Stichweg bis zur Alten Bauerschaft – eventuell erst im kommenden Frühjahr.

Wie schaffen es Fußgänger ins Lebensmittelgeschäft?

Im Kundenfluss zum Marktkauf scheinen Fußgänger eher zu stören. Dass jedenfalls stellen Jörg Tiemann und seine Nachbarn aus der Siedlung „Auf dem Stadtfelde“ fest. Zu Fuß – und vor allem mit dem Kinderwagen – sei es schwierig, von dem schmalen Weg zu dem Lebensmittelhändler zu gelangen. Die Stadt hatte im vergangenen Jahr einen Teil der Böschung gerodet – offenbar in der Erwartung, dass Marktkauf einen Übergang für Fußgänger schafft. Das Vorhaben ist offenbar in Vergessenheit geraten. Irgendwo auf dem Parkplatz befindet sich ein Fußweg – aber ohne Anschluss.


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