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30.08.2018, 17:30 Uhr PROSTITUTION

Die Moral der Freier

Kommentar von Sandra Dorn

Prostitution ist ein Milliardengeschäft. Symbolfoto: Patrick Seeger/dpaProstitution ist ein Milliardengeschäft. Symbolfoto: Patrick Seeger/dpa

Osnabrück. Ja, auch im beschaulichen Osnabrück gibt es Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution. Gerade einmal eine Handvoll Fälle wird der Polizei bekannt – wie hoch die Dunkelziffer ist, kann niemand sagen.

Was Frauen durchmachen müssen, die mit falschen Versprechungen ins Land gelockt werden oder anderweitig in die Fänge von Zuhältern geraten, mag man sich kaum vorstellen.

Das seit einem Jahr geltende neue Prostituiertenschutzgesetz hilft ihnen leider nicht. Prostituierte müssen sich zwar seit einem Jahr anmelden, dasselbe gilt für Bordellbetriebe. Jedoch sind Fälle von Menschenhandel und Zwangsprostitution Verbrechen, die ohnehin im Verborgenen geschehen.

Dass es überhaupt Zwangsprostitution gibt, liegt auch daran, dass das horizontale Gewerbe ein riesiger Markt ist. Eines sollte sich daher jeder einzelne Freier bewusst machen, der sich sexuelle Leistungen erkauft: Ob die Frau, die er gerade für Sex bezahlt, diesen Job macht, weil ihr sonst Schläge drohen oder weil sie finanziell keinen anderen Ausweg sieht, kann er nie wissen. Er sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass er das System unterstützt, unter dem Tausende Frauen leiden.


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