Infoveranstaltung im Kreishaus Osnabrück Bildungsübergänge für zugewanderte Jugendliche individuell gestalten

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Reger Austausch:  Eleonora Sattelmaier vom Sprachbildungszentrum für Stadt und Land im „World Café“ im Kreishaus.  Foto: Michael GründelReger Austausch: Eleonora Sattelmaier vom Sprachbildungszentrum für Stadt und Land im „World Café“ im Kreishaus. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Die Gestaltung der Sprachförderung und Vermittlung von neu zugewanderten Jugendlichen in Schule und Beruf stand im Zentrum einer Informationsveranstaltung im Osnabrücker Kreishaus.

Wie Bildungseinrichtungen dazu beitragen können, die Schulaufnahme sowie die Übergänge von der Alltags- zur Fach- und Bildungssprache, vom Regelunterricht zu weiterführenden Schulen und schließlich von dort in den Beruf für diese Zielgruppe möglichst nahtlos und effektiv zu gestalten, erläuterte Eleonora Sattelmaier anhand der Vorgaben des Runderlasses zur „Förderung von Bildungserfolg und Teilhabe von Schülern nicht deutscher Herkunftssprache“. Dabei gelte es, die „Vielfalt der Möglichkeiten und Wege“ in den Blick zu nehmen, betonte die Koordinatorin des Sprachbildungszentrums für Stadt und Landkreis. Die unterschiedlichen Unterstützungssysteme bildeten sich im „World Café“ im Foyer ab, wo sämtliche neun Berufsschulen der Region und verschiedene Beratungsinstitutionen auch unter anderem die vielen anwesenden Schulleiter über ihre speziellen Angebote und Programme informierten. 

Darauf, dass die Sprachförderung ein „Kernthema bei der Vermittlung in Schule, Beruf und Weiterbildung“ ist, verwies Kreisrat Matthias Selle. Nicht nur in der diesbezüglich gut aufgestellten Region, sondern „weltweit“ sei der Bildungs- und Ausbildungsbereich der „Kernschlüssel zur Prävention von Bedrohungslagen“ und für die Integration, ergänzte Horst-Dieter Husemann von der Niedersächsischen Landesschulbehörde, die gemeinsam mit dem Landkreis, der Volkshochschule und der kommunalen Vermittlungsstelle Maßarbeit die Veranstaltung organisiert hatte. 

Spielräume nutzen

Sattelmaier plädierte dafür, zugewanderten Jugendlichen nicht durch gut gemeinte, aber falsche Noten Wege zu verbauen und sie flexibel zu begleiten. Dazu gehöre auch, unter Dokumentation und Berücksichtigung des jeweils aktuellen, individuellen Sprachstands Spielräume zu nutzen, indem etwa bei der Leistungsüberprüfung die „Exaktheitstoleranz“ ausgeweitet, zusätzliche Bearbeitungszeit eingeräumt die Zuhilfenahme zusätzlicher Arbeitsmittel wie Wörterbücher sowie alternative Präsentationsformen erlaubt würden, ohne dabei allerdings die Leistungsanforderungen abzusenken. Wie dieser Spagat im Sinne der Zugewanderten und des Arbeitsmarktes gelingen kann, machte Sattelmaier an einem Beispiel aus der Praxis deutlich, das zeigte, dass neben dem Sprachstand auch andere individuelle Voraussetzungen und Kompetenzen berücksichtigt werden müssen, um die jungen Zugewanderten bei der Erreichung ihrer persönlichen Bildungs-, Ausbildungs- und Berufsziele zu unterstützen.


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