Kammermusik privat erleben Hausmusikfestival Wohnton zu Gast im Wohntraum

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Vollendeter Genuss: Pianistin Eline Brys und Geigerin Annika Spanuth spielen bei Wohnton die erste Violinsonate von Robert Schumann. Sascha Wienhausen stellt dafür sein Wohnzimmer zur Verfügung, Musikvereins-Vorsitzende Anita Schnitker sorgt für die Gagen. Foto: André HavergoVollendeter Genuss: Pianistin Eline Brys und Geigerin Annika Spanuth spielen bei Wohnton die erste Violinsonate von Robert Schumann. Sascha Wienhausen stellt dafür sein Wohnzimmer zur Verfügung, Musikvereins-Vorsitzende Anita Schnitker sorgt für die Gagen. Foto: André Havergo

Osnabrück. Bereits zum zweiten findet am 7. und 8. September das Hausmusik-Festival „Wohnton“ statt. Diesmal lädt, unter anderm, der Dekan des Instituts für Musik, Sascha Wienhausen, in sein Wohnzimmer ein.

Hier ist der Begriff „großzügig“ mal angemessen. Ein Bechstein-Flügel, Bücherregale, Sofas, Küche, Esstisch: In vielen Wohnungen steht das, gern etwas gedrängt, im kombinierten Wohn- und Esszimmer. Bei Sascha Wienhausen bleibt hingegen jede Menge Platz, der das Parkett schön zur Geltung bringt. Dazu bleibt jede Menge Luft nach oben; der Raumhöhe dürfte bei fünf bis sechs Metern liegen. Ein Traum von einem Wohnzimmer. Weiterlesen: 2016 war Wohnton in der Kanzlei Zumstrull zu Gast

Auf drei Routen durch die Stadt

Diesen Traum teilt Wienhausen kommende Woche: Der Dekan des Insstituts für Musik öffnet sein Wohnzimmer für das Festival Wohnton. Zum zweiten Mal spielen Musiker des Osnabrücker Symphonieorchesters Kammermusik in Osnabrücker Wohnzimmern für ein Publikum, das einerseits Musik liebt, andererseits gerne Orte besucht, die nicht zwingend zugänglich sind. Wienhausens Wohnzimmer ist einer davon, und zwar einer der größeren: 50 Stühle finden dort locker Platz, sagt Dorit Schleissing, die Leiterin des Musikbüros im Theater Osnabrück.

Schleissing organisiert Wohnton und biegt dabei gerade in die Zielgerade der zweiten Auflage des Festivals ein. Das Gute dabei: Der Publikumszuspruch zeigt, dass es sich um ein Erfolgsformat handelt. „Wir sind fast ausverkauft“, kann sie vermelden. Aber die Herausforderung bleibt, Orte zum Konzertort umzufunktionieren, die keine Konzertorte sind. Wienhausens Wohnzimmer genießt da ein Sonderstatus, nicht nur wegen des großzügigen Raumangebots: Nur er und die beiden Musiker Lukas Brandt und Melanie Ortmann machen ihr Wohnzimmer zum Konzertort.

Wienhausen Wohnzimmer ist Teil der Route „Andante“, von seinem Haus in der Kleiststraße geht zum Haus Ledenhof. Das Wohnzimmer Ortmann und Brandt liegt auf der Route „Presto“, zusammen mit dem Keramikatelier Plashues. Die Route „Allegro“ führt schließlich von der Ergotherapiepraxis Hildebrand und Weinmann zur Boutique Schwarzwald in der Redlinger Straße. Das alles erinnert nicht zufällig an die „Spieltriebe“ an, und tatsächlich beginnt Wohnton, analog zum Theaterfestival, mit einem Konzert für alle in der Bergkirche, und der Abend mündet in den gemeinsamen Abschluss im oberen Theaterfoyer. Dazwischen liegen die drei Routen. Weiterlesen: Ein Eindruck vom letzen Wohnton-Festival

Musikverein finanziert die Gagen

Die Mitwirkenden dafür zu finden, war offenbar kein allzugroßes Problem; Geigerin Annika Spanuth spricht von der „Passion“, mit der sie Kammermusik spielt. Damit die Passion aber nicht der einzige Lohn bleibt, stellt der Musikverein 9000 Euro für die Gagen bereit, wie die Vorsitzende des Vereins, Anita Schnitker, sagt. So profitieren letztlich alle Beteiligten: die 27 Musiker, das Publikum, Gastgeber. Im Falle von Wienhausens Wohnzimmer kommt sogar noch ein elegant in Schwarz gekleideter Herr zur Geltung: „Herr Bechstein“, der Flügel. Den wird Eline Brys zusammen mit Annika Spanuth zur Geltung bringen, und zwar mit Schumanns Violinsonate Nr. 1 a-Moll op. 105.


Wohnton: 7./8. September, jeweils ab 18.30 Uhr. Weitere Infos und Tickets: 0541/7600076 sowie auf www.theater-osnabrueck.de

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