Interview mit Hallenchef Schlussansturm auf die "Körperwelten" in Osnabrück

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Warteschlange vor dem Eingang zur "Körperwelten"-Ausstellung am vergabgenen Sonntag. Foto: Stefanie HiekmannWarteschlange vor dem Eingang zur "Körperwelten"-Ausstellung am vergabgenen Sonntag. Foto: Stefanie Hiekmann

Osnabrück. 90.000 Menschen werden bis Sonntag die Ausstellung "Körperwelten" hin Osnabrück besucht haben. Ein "schöner Erfolg", sagt der Chef der Osnabrück-Halle, Jan Jansen, im Interview.

Herr Jansen, am Sonntag endet die Körperwelten-Ausstellung. Vorigen Sonntag bildeten sich lange Schlangen vor der Kassen. Ist es denkbar, die Ausstellung zu verlängern?


Jan Jansen, Geschäftsführer Osnabrück-Halle, Foto: Gert Westdörp


Wir werden die Öffnungszeiten am kommenden Wochenende bis 19 Uhr verlängern. Meine Empfehlung ist, den Vorverkauf online zu nutzen und möglichst noch unter der Woche die Ausstellung zu besuchen. Eine Verlängerung über Sonntag hinaus ist dann leider nicht möglich, da einerseits die Plastinate weiter reisen und andererseits dann auch schon bald der Aufbau für "Nadel und Faden 2018“ beginnt.

Wie viele Besucher haben die „Körperwelten“ in Osnabrück besucht und mit wie vielen hatten Sie im Vorfeld gerechnet?

Knapp 90.000 Besucher werden die „Körperwelten“ gesehen haben. Dies liegt – trotz des Jahrhundertsommers – ein gutes Stück über unserer Kalkulation und ist ein schöner Erfolg. Ein sehr großer Teil der Besucher hat eine Anreise von mehr als 100 Kilometer in Kauf genommen.


Die Ausstellung "Körperwelten - Eine Herzenssache" in der Osnabrück-Halle. Foto: David Ebener


Wie ist das Echo auf die Ausstellung? Hat Sie Lob oder Kritik erreicht?

Es gab keine Kritik, aber viel Lob. Manche Besucher haben sich persönlich bedankt, dass wir diese Ausstellung nach Osnabrück geholt haben. Es wurde zudem die professionelle, wissensorientierte Atmosphäre positiv hervorgehoben.


Gottesdienst mit Körperwelten-Plastinat in der Marienkirche. Rechts Pastor Frank Uhlhorn Foto: Jörn Martens


Pastor Frank Uhlhorn hat ein Plastinat in die Marienkirche geholt und darüber gepredigt. Hat das irgendwelche Wirkungen auf die Ausstellung gehabt, haben sich Besucher dazu geäußert?

Der eine oder andere Besucher der Predigt hat vielleicht aufgrund dieser Aktion seine Skepsis über Bord geworfen und die Ausstellung doch besucht. Negative Rückmeldungen gab es hier in der Halle dazu gar nicht. Über die Inhalte der Predigt, die ich urlaubsbedingt leider verpasst habe, habe ich nur positive Rückmeldungen erhalten.

Die Osnabrück-Halle hat mit der Langzeitausstellung den Sommer überbrückt. Ist das Modell wirtschaftlich erfolgreich und wird es Ähnliches auch in Zukunft geben?

Das Modell ist erfolgreich, zumal wir sonst in den Sommerferien und auch in Zeiten von Fußballweltmeisterschaften naturgemäß nur wenig Veranstaltungen haben. Die kleineren Säle konnten zudem auch während der Körperwelten für Veranstaltungen genutzt werden. Was die Zukunft angeht: Wir sind grundsätzlich für alles offen und haben auch schon von mit anderen Ausstellungen verhandelt. Hier sind allerdings oft sehr lange Zeiträume über mehrere Monate aus Sicht der Veranstalter erforderlich, um eine ausreichende Wirtschaftlichkeit darzustellen. Außerhalb der Sommerzeit sind solch langfristigen Anmietungen schwierig, da wir auch langfristige Buchungen haben und uns zudem unsere Stammkunden sehr wichtig sind. Und man muss auch ehrlicherweise sagen, dass nur ganz wenige Ausstellungen gibt, die eine ähnliche Besucherfrequenz wie die Körperwelten aufweisen. Mal sehen, ob es sich nochmal etwas Ähnliches in einem Sommer ergibt. 


Plastinate

Die Ausstellung „Körperwelten – Eine Herzenssache“ in der Osnabrück-Halle zeigt über 200 echte menschliche plastinierte Präparate, darunter 20 Ganzkörperplastinate, einzelne Organe und transparente Körperscheiben. Themenschwerpunkt ist das Herz mit seinem weitverzweigten Gefäßsystem. 

Ein Ticket für Erwachsene für die Ausstellung kostet 19 Euro. Kinder und Jugendliche (sieben bis einschließlich 18 Jahre) zahlen 13 Euro, Studenten und ermäßigte Personen 15 Euro. Ein Familienticket (zwei Erwachsene mit zwei Kindern oder ein Erwachsener mit drei Kindern) kostet 45 Euro. Die Ausstellung endet am Sonntag, 2. 9., um 19 Uhr.

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