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28.08.2018, 22:13 Uhr HILFE FÜR BOOTSFLÜCHTLINGE

Osnabrücker Unterstützung der Seebrücke ist mehr als Symbolpolitik

Kommentar von Sandra Dorn

Der Osnabrücker Rat zeigt sich mehrheitlich solidarisch mit dem Bündnis Seebrücke. Foto: Jörn MartensDer Osnabrücker Rat zeigt sich mehrheitlich solidarisch mit dem Bündnis Seebrücke. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Mit den Resolutionen des Rates der selbst ernannten Friedensstadt Osnabrück ist es so eine Sache. Gerade erst hat die Kommunalaufsicht den Appell zur Abschaffung von Atomwaffen für rechtswidrig erklärt, weil der lokale Bezug fehlte. Bei der Seebrücke ist es anders: Da bietet die Stadt konkret an, Bootsflüchtlinge aufzunehmen.

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU) hat sich die Entscheidung sicher nicht leicht gemacht, der Seebrücken-Initiative eine Absage zu erteilen. Populär ist so etwas nicht, dazu gehört Mut. Und er hat ja recht damit, dass schon die Idomeni-Initiative ins Leere lief, mal ganz zu schweigen von einem Brief des Rates an die Spitzen von EU, Bund und Land im Jahr 2015, etwas gegen das Sterben im Mittelmeer zu tun. 

Trotzdem ist es falsch, zu resignieren und dem Sterben im Mittelmeer weiter hilflos zuzusehen. Die Menschen machen sich weiter auf den Weg nach Europa, so oder so. Zu hoffen, dass eine mittelgroße Stadt wie Osnabrück etwas bewegen kann, mag wenig realistisch sein. Doch noch viel weniger realistisch ist es, darauf zu hoffen, dass die europäischen Staaten sich von alleine auf eine Lösung der Flüchtlingsproblematik verständigen. 

Je mehr Kommunen Druck machen und konkrete Angebote zur Bekämpfung von Fluchtursachen sowie zur Aufnahme Geflüchteter machen – von denen sie angesichts des Fachkräftemangels ja sogar etwas haben –, desto besser. Das ist mehr als reine Symbolpolitik. Es sind konkrete Lösungsvorschläge.


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