Wie kann der Mensch die Erde schützen? Neue Ausstellung „Menschenwelt“ bei der DBU

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Osnabrück. Welche Auswirkungen hat das Alltagshandeln der Menschen auf die Erde? Und wie kann man den Planeten schützen? Diese Fragen beantwortet die Ausstellung „Menschenwelt“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.

Es ist ein sehr großes Jenga-Spiel, das am Eingang der neuen Ausstellung „Menschenwelt“ steht. „Wann wird der Turm umfallen?“, lautet die Frage derjenigen, die es in normaler Größe spielen und nach und nach die Holzstücke aus dem Turm ziehen, mit denen er aufgebaut ist. Hier, in der Ausstellung, steht der Turm als Bild für unsere Umwelt. Auch sie besteht aus Einzelteilen. Fehlen mehrere von ihnen, droht auch sie zusammenzubrechen.

Doch es gibt Möglichkeiten, das zu verhindern, sagt Alexander Bonde. Der Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) nennt ein Beispiel: das Ozonloch. „Wenn wir so weitermachen, schließt es sich bis Mitte des Jahrhunderts“, sagt er über das Phänomen. Seit Mitte der 1980er-Jahre wird beobachtet, dass die schützende Ozonschicht in unserer Atmosphäre vor allem über der Antarktis zu bestimmten Zeiten löchrig wird. Seitdem Schutzmaßnahmen ergriffen wurden – und beispielsweise die Verwendung bestimmter Gase in Kühlsystemen verboten wurde –, erholt sich die schützende Schicht.

Ähnliche Tipps zur Veränderung des Umgangs mit der Erde ziehen sich durch die Ausstellung „Menschenwelt“: An sechs Stationen werden die Besucher aufgefordert, sich mit Phänomenen aus dem Alltag zu beschäftigen. Welche Auswirkungen haben Medikamente auf die Umwelt? So lautet die Frage, die an der Station „Deine Hausapotheke & die unsichtbaren Spuren“ im Zentrum steht. Die Pille hat hier einen ganz schlechten Stand: Denn die Hormone gelangen über das Abwasser in den natürlichen Wasserkreislauf und können bei Tieren die Fortpflanzung beeinflussen oder sogar verhindern. Hier gilt es, auf umweltschonendere Verhütungsmittel umzusteigen oder eine entsprechende Reinigungsstufe in den Klärwerken zu entwickeln. Die Station „Dein Konsum und die grüne Lunge“ zeigt auf, dass der Kauf bestimmter Produkte – beispielsweise Palmöl – dafür sorgt, dass der Urwald abgeholzt wird. Ersatz gibt es: Lebensmittel, die diesen Stoff nicht enthalten.

Nicht immer aber ist es so einfach, eine gute Lösung zu finden. Auch dafür steht der Turm am Eingang. Denn welches Holzklötzchen mit welchem zusammenspielt, damit der Turm hält, ist nicht genau bekannt. Fehlt auch nur eines, wird die Belastung für andere Klötzchen größer, das Zusammenspiel verschiebt sich. Dieses Zusammenspiel greift das Konzept der Planetaren Leitplanken auf, das der Wissenschaftler Johan Rockström mit seinem Team entwickelt hat. Im Turm wird es durch neun Schubladen wiedergegeben – weshalb die Ausstellung im Untertitel „Nachhaltige Entwicklung innerhalb planetarer Leitplanken heißt“. Öffnen die Besucher die Schubladen, können sie sich interaktiv mit verschiedenen Bereichen der Erde befassen, wie dem Klimawandel, der Süßwassernutzung oder der Landnutzung. Welche Dinge der Mensch verhindern muss, um die Veränderungen in den einzelnen Bereichen zu beenden oder wieder rückgängig zu machen, wird wiederum an den sechs Stationen der Ausstellung mit Filmen, Bildern, Grafiken und interaktiven Elementen erläutert. Damit eröffnet sie Kindern und Erwachsenen einen spielerischen Zugang zu einem komplexen Konzept. Weiteren Zugang bietet das Begleitprogramm. Zu sehen ist die Ausstellung bis Ende 2019. Anschließend geht sie auf Wanderschaft in andere Städte.

Weitere Informationen zur Ausstellung gibt es unter www.ausstellung-menschenwelt.de


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