„Lichtbaum“ im Museumsquartier Drei Meter hoher Pappelstamm wird zum Hingucker in Osnabrück

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Stelle den „Lichtbaum“ vor: Franz Greife (von links), Anke Bramlage und Patricia Mersinger. Foto: Gert WestdörpStelle den „Lichtbaum“ vor: Franz Greife (von links), Anke Bramlage und Patricia Mersinger. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück Eingebettet in das städtische Kulturextra „Raum“ konzipierte der Osnabrücker Holzbildhauer Franz Greife die Skulptur „Der Lichtbaum“, der vor dem Felix-Nussbaum-Haus auf sich aufmerksam macht.

Nackt und verletzt steht er zwischen den lebenden Bäumen am Museumsquartier – und leuchtet: „Der Lichtbaum“. So nennt Franz Greife seine drei Meter hohe Pappel, die anlässlich des Osnabrücker Kulturextras „Raum“ vor dem Felix-Nussbaum aufgestellt wurde. Abgesehen von dem Kontrast, den das helle, von seiner Borke befreite, glatte Holz zu dem Baumbestand entlang des Heger-Tor-Walls bildet, weist der „Lichtbaum“ eine weitere Besonderheit auf: Fordert der Stamm tagsüber dazu auf, das Innenleben der Naturskulptur zu inspizieren, so wird er bei Dunkelheit von einem Lichtfluter illuminiert, den der Künstler am oberen Ende installierte. Die Lichtquelle beleuchtet nicht nur das Innenleben, sondern strahlt auch nach außen und setzt in der näheren Umgebung einige Lichtpunkte.

„Als ich hörte, dass das Kulturextra das Thema Raum in den Fokus stellt, habe ich sofort an die Pappel gedacht, an der ich schon seit einiger Zeit arbeite“, erzählt Greife. Sie könne doch zum Symbol für einen Innenraum werden, den man sonst nie zu sehen bekommt. Aufmerksam war der Holzbildhauer auf die Pappel aus dem Emsland geworden, weil sie schon eine Öffnung aufwies, bevor er aktiv wurde. Der Baum war alt, faulte innerlich bereits, sodass sich in Bodennähe ein Loch gebildet hatte. Das reizte den Künstler. Er nahm die Kettensäge zur Hand und sezierte den Baum vertikal. So entstanden mehrere Teile, die er mit Hohlaxt und Hohleisen bearbeitete, um sie schließlich wieder senkrecht aufzustellen.

„Zunächst standen die Elemente weiter auseinander, sodass der Innenraum luftiger war“, sagt Greife. Für das städtische Kulturextra betont er den Binnenraum, indem er ihn enger fasst. So bekommt der Betrachter durch Annäherung einen ganz anderen Eindruck von dem Baum als aus der Distanz. Zusammen mit Max Schriever, der sich auf Metallverarbeitung versteht, setzte er die Lichtpappel auf eine Grundplatte, die sie dann mithilfe von Bodenhülsen vor den Museen in der Erde verankerten.

Bis Ende Oktober steht „Der Lichtbaum“ an seinem exponierten Platz und macht auf spezielle Art auf das Kulturextra aufmerksam. „Vielleicht“, meint Anke Bramlage vom Projektbüro, „können wir die Skulptur ja bis nach Weihnachten stehen lassen. Es ist bestimmt interessant, sie im Wechsel der Jahreszeiten zu beobachten.“

Patricia Mersinger, Leiterin des Fachbereichs Kultur, verweist derweil auf eine andere Installation, die vor der Kunsthalle zu sehen ist: „Südsee an der Hase“ heißt eine Palme, die die britische Künstlerin Carmen Einfinger kreierte und jetzt, so Mersinger, eine inhaltliche Klammer zwischen den Kulturorten bildet.


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