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"Leider wieder nicht verschont" Warum ein Wald an der Rheiner Landstraße abgeholzt werden musste

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Das Waldstück zwischen der Rheiner Landstraße und der Straße "Zum Flugplatz" in Hellern musste abgeholzt werden. Foto: David EbenerDas Waldstück zwischen der Rheiner Landstraße und der Straße "Zum Flugplatz" in Hellern musste abgeholzt werden. Foto: David Ebener

Osnabrück. Kahlschlag am Kreisel an der Rheiner Landstraße im Osnabrücker Stadtteil Hellern: Wo bis vor Kurzem noch ein Fichtenwald stand, ist es licht geworden. Der Wald musste Platz machen – für einen Wald.

Das Grundstück zwischen Kreisel Rheiner Landstraße, der Straße zum Flugplatz und der angrenzenden A 30 gehört den Evangelischen Stiftungen Osnabrück – und die hoffen darauf, hier bald einen Wald zu haben, der es besser mit Sturm und Dürre aufnehmen kann.

Der Sturm Friederike wütete im Januar 2018 auch in Osnabrück. Foto: David Ebener

Am 18. Januar 2018 wütete nämlich das Sturmtief Friederike auch in der Region und hinterließ umfangreiche Schäden. „Leider wurde unser Wald auch dieses Mal wieder nicht verschont,“ sagt Johannes Andrews, Vor-standsvorsitzender der Evangelischen Stiftungen. Das "wieder nicht" bezieht sich auf den Orkan Kyrill, der ebenfalls am 18. Januar, allerdings im Jahr 2007, über Osnabrück hinweg gefegt war. 

Weitere Waldarbeiten in Lotte

Auf einer Fläche von rund 0,9 Hektar müssen nun umgestürzte und beschädigte Bäume entnommen und abtransportiert werden. Direkt am Kreisverkehr war der Schaden so groß, dass fast alle Bäume geschlagen werden mussten.  Da seien die Fichten "wie Mikadostäbe" ineinander gefallen. "Eine noch größere Maßnahme müssen wir in Lotte-Leeden durchführen", sagt Johannes Andrews. Dort sei der Schaden unweit größer. (Weiterlesen: „Friederike“ wirft in Niedersachsen mehr als eine Million Kubikmeter Holz um)

Dass die Waldarbeiten erst rund sieben Monate nach dem Sturm erfolgen, hat laut Andrews unterschiedliche Gründe. Zum einen ein Problem, das sämtliche Waldbesitzer betrifft: Es gab schlicht zu wenige Transporter, um das Holz aus dem Wald zu schaffen. Auch die Dürre bereitete Probleme: Wegen der niedrigen Flussstände konnte der Abnehmer in Belgien nicht beliefert werden. Und ehe das Holz austrocknete und sich die Käfer darüber hermachten, beschloss man daher, die Bäume zunächst im Wald zu lassen, wo sie zumindest mit ihren Wurzeln noch etwas Feuchtigkeit ziehen konnten. 

Im Herbst soll hier aufgeforstet werden. Foto: David Ebener

Im Herbst wird aufgeforstet

Im Herbst sollen die Flächen mit "standortgerechten Bäumen" wieder aufgeforstet werden. Standortgerecht bedeutet eine Mischung aus Buchen- und Edellaubholz, in der Hoffnung, dass die Wälder so stabilisiert werden können. 

Das nun geschlagene Holz werden die Evangelischen Stiftungen verkaufen, auch wenn es für den "optimalen Verkauf zu früh gefallen sei", sagt Johannes Andrews. Es sei nicht wirklich "reif". 

Foto: David Ebener



Evangelische Stiftungen Osnabrück und Waldwirtschaft

Im Laufe ihrer 750 Jahre alten Geschichte wurden den Evangelischen Stiftungen Waldflächen in einer Größe von insgesamt etwa 450 Hektar übertragen und werden von ihr bewirtschaftet. Diese Wälder bilden heute einen wertvollen Teil des Stiftungsvermögens. Die Waldflächen liegen in Osnabrück und im Landkreis sowie im Kreis Steinfurt. Mit den Erlösen aus dem Holzverkauf bauen und unterstützen die Stiftungen Sozialwohnungen, Seniorenheime oder Kindergärten. (Quelle: Evangelische Stiftungen)

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