Veranstaltung der Arbeitsagentur Wie Azubis Firmen in der Region Osnabrück ins Netz gehen

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Digitalisierung als Chance: Darüber sprachen die Experten auf dem Podium (von links): Henning Hünerbein, Frederik Wüller, Moderator Tobias Romberg, Sven Sterz und Sarah Fays. Foto: Thomas OsterfeldDigitalisierung als Chance: Darüber sprachen die Experten auf dem Podium (von links): Henning Hünerbein, Frederik Wüller, Moderator Tobias Romberg, Sven Sterz und Sarah Fays. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Wie können Unternehmen die passenden Auszubildenden finden? Mit dieser Frage beschäftigte sich der "Business Talk" der Arbeitsagentur Osnabrück in der Aula des Osnabrücker Schlosses mit dem Thema "Wie Azubis ins Netz gehen".

Für Unternehmen stellt sich die Frage: „Wie spreche ich die Sprache der jungen Menschen?“ so Moderator Tobias Romberg, der Lehrer an der Ursulaschule Osnabrück und zudem als freier Journalist arbeitet. Es bestehe zwar ein „leichtes Ungleichgewicht“ zwischen freien Stellen für Azubis und potenziellen Bewerbern, für Firmen sei es allerdings vor allem schwer, diese Bewerber überhaupt zu erreichen. 

Mehr als 200 Besucher

Mehr als 200 Besucher kamen zu der Diskussionsveranstaltung. Die Vorsitzende der Arbeitsagentur Osnabrück, Christiane Fern, begrüßte die Vertreter aus kleinen und großen Unternehmen, Gewerkschaften und Verbandsvertretern. 

Für lockere Stimmung und Gelächter sorgten Stefan Gräen und Lars Wätzold von der Comedy Company: Mit improvisiertem Theater nahmen sie vor der Veranstaltung die Erwartungen und Fragen der Zuhörer auf, zum Schluss gaben sie in einem kurzen Stück die Themen und Erkenntnisse wieder.


„Seien Sie dort, wo Ihre Mitarbeiter sind“Felix Strauss, MSO Medien-Service


Ein wichtiges Thema bei der Suche nach Auszubildenden seien digitale Medien, erklärte Felix Strauss vom MSO Medien-Service in einem Impulsvortrag. Sein Rat: „Seien Sie dort, wo Ihre Mitarbeiter sind“. Stellt sich die Frage: Wo sind diese? Strauss zeigte einige Statistiken zum Medienkonsum von jungen Menschen: Der wichtigste Kanal in den sozialen Medien sei eindeutig Whatsapp, beliebt sei auch die Videoplattform Youtube, gefolgt von Instagram, Snapchat und Facebook. Facebook spiele vor allem bei den älteren Jugendlichen und Heranwachsenden eine Rolle. Das bestätigte im anschließenden Podiumsgespräch auch auch der Schüler Hennig Hünerbein. Hünerbein gründete das Nachrichtenportal "osna.live" und vertrat auf dem Podium die jugendliche Zielgruppe, um die zurzeit so viele Unternehmen werben.

Bewerbung mit nur einem Klick

Unter den Podiumsgästen war auch Sarah Fays, die bei der Arbeitsagentur für Ausbildung und Qualifizierung zuständig ist und darüber hinaus einen Lehrauftrag für Personalmanagement hat. Sie erklärte, dass die digitale Präsenz enorm wichtig sei. Die digitale Bewerbung werde künftig nicht mehr ausreichend sein. Vielmehr gehe es darum, die Zielgruppe zu beobachten, wo und wie diese im Internet unterwegs sei. Unternehmen müssten sich auf die neue sogenannte „Arbeitswelt 4.0“ einstellen, was so viel bedeutet wie, dass die Arbeitsweise sich in den kommenden Jahren an die Herausforderungen und Möglichkeiten der digitalen Welt anpassen muss. Wichtig sei, dass Unternehmer "sich trauen, Neues zu wagen". So empfahl Fays, Bewerbungsverfahren einfacher zu gestalten. Eine Idee sei, dass Bewerber - ähnlich wie sie beim Online-Versandhändler Amazon mit nur einem Klick noch schneller bestellen können - auch mit nur einem Klick noch schneller und einfacher ihr Interesse an einer etwaigen Ausbildungsstelle des jeweiligen Unternehmens bekunden können.




Ein Beispiel für die gelungene Azubi-Suche kommt aus der Glaserei von Sven Sterz aus Langen im Landkreis Cuxhaven. Er drehte mit dem Handy ein einfaches Video, lässt darin eine Glasscheibe fallen und liest sein Angebot an die Auszubildenden in nordischem Dialekt vor. Für die Verbreitung auf Facebook hat er 18 Euro investiert, die Resonanz war überwältigend: Über vier Millionen Klicks auf Youtube und deutschlandweite Medienanfragen. Er erreichte so nicht zuletzt auch sein eigentliches Ziel und fand die passenden Bewerber für seine drei Azubi-Stellen.

Unternehmen müssen authentisch zeigen: So sieht unser Alltag aus

Moderator Romberg fragte den Podiumsgast Frederik Wüller, Personalreferent der Q1 AG, wie solch erfolgreiche Videos gelingen. Dieser erklärte, man müsse „sich so präsentieren, wie man wirklich ist“, die Nutzer mögen vor allem authentische Videos. Dem stimmte auch Hünerbein zu, seiner Meinung nach wollen junge Menschen realistische Einblicke, in denen Unternehmen zeigen: „So sieht unser Alltag aus“. Das viel zitierte Jugendwort „I bims“ hält er bei der dabei übrigens für absolut unwichtig, er habe den Ausdruck unter seinen Freunden noch nie gehört.


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