Hochschule Osnabrück Studenten erfinden Gerät zur Behandlung von Rückenschmerzen

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Osnabrück. Ein Programm, das Entzündungen im Körper in einem 3D-Modell zeigt, Apps zur Dokumentation medizinischer Behandlungen oder eine Smartphone-Anwendung für die zentimetergenaue Navigation innerhalb von Gebäuden: Studenten der Hochschule Osnabrück haben wieder innovative Lösungen für die Welt von morgen präsentiert.

Die Arbeiten waren Teil eines Studienprojekts, das jedes Semester an der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik angeboten wird. Im Sommersemester haben 31 Studenten der Fächer Medieninformatik, Technische Informatik und Elektrotechnik sechs praxisnahe Projekte bearbeitet – zum Teil in Kooperation mit Unternehmen. So zum Beispiel das Projekt „Thermo-Scan“.

Bei Rückenproblemen hilfreich

Die Landschaftsplanungsfirma Landplan OS hatte die Idee eines Thermoscanners an die Hochschule herangetragen, den Physiotherapeuten in ihrer täglichen Arbeit einsetzen können. Hilfreich ist so ein Gerät besonders bei der Behandlung von Rückenleiden. „Mit einem Scan des Rückens ermöglichen wir Physiotherapeuten, anhand eines Wärmebildes beim Patienten schnell und genau Verspannungen zu lokalisieren“, sagte Student Steffen Andreeßen. Auch innere Entzündungen könnten mit dem Apparat sichtbar gemacht werden.

Nötig sind dazu zwei Sensoren: ein Tiefensensor, der Abstände misst, und ein Wärmesensor, der die Oberflächentemperatur angibt. Die Herausforderung für die Studenten bestand darin, dass die Bilder der beiden Sensoren verknüpft werden mussten. Dazu haben sie ein eigenes Programm entwickelt. „In unserem Projekt fügen wir die Daten zusammen und erschaffen ein 3D-Modell, das mögliche Verspannungen deutlich macht“, erklärte Andreeßen.

Navigation innerhalb von Gebäuden

Ein anderes interessantes Projekt trägt den Namen „Indoor-Lokalisierung“. Die vier Studenten dieser Arbeitsgruppe stellten sich dem Problem, dass das bekannte GPS-Verfahren in Gebäuden nur schlecht oder gar nicht verwendet kann. Mit einem Ultra-Breitband-Funksystem besteht hingegen die Möglichkeit, eine Position im dreidimensionalen Raum bis auf 10 Zentimeter genau zu bestimmen.

Unterstützt vom Osnabrücker Softwareentwickler Iotec, bauten die Studenten zur besseren Positionsbestimmung in Gebäuden eine Infrastruktur aus mehreren miteinander kommunizierenden Ankerpunkten. Das System ist sehr robust gegenüber Störungen und daher für industrielle Umgebungen geeignet. Mögliche Einsatzorte könnten auch Museen, Universitäten oder Flughäfen sein.

Autonomes Fahren

Zu den weiteren vorgestellten Projekten gehörten „Oscar wird intelligent“, das sich mit der automatischen Erkennung von Geschwindigkeitsmarkierungen auf Fahrbahnen beschäftigt, das Projekt „Augmented Reality und Robotik“, bei dem es um die Erfassung und Visualisierung der Daten einer robotergestützten Montageanlage geht, außerdem das Softwareengineering-Projekt „Vet App“, das die tiermedizinische Dokumentation erleichtert und schließlich das Projekt „Doku-Stress“, das einem Therapeuten die Eingabe von Patientendaten per Sprachaufnahme ermöglicht.

Gute Vorbereitung aufs Berufsleben

Die Projektmesse findet seit mehreren Jahren an der Fakultät statt. Frank Thiesing, Studiendekan für Elektrotechnik und Informatik, bezeichnete dies als Erfolgsmodell an der Hochschule. Insgesamt hätten die Studenten etwa 200 Stunden in ihre Projekte investiert. „Neben den fachlichen Kenntnissen sind uns vor allem die Soft Skills wichtig, die im Berufsleben immer gefragter werden“, sagte der Professor. Er sei sicher, dass die Studenten durch dieses Projekt gut auf die Praxis vorbereitet seien.


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